Der FURminator: Überteuerter „Marketing – Gag“ oder doch nützliches Hilfsmittel im Fellwechsel?

Da ich selber in der Werbebranche beruflich tätig bin, bin ich (neuen) Produkten mit entsprechend grosser Marketingstrategie immer eher etwas skeptisch. 

Genau so war es beim FURminator, welcher ja auf einen ansehnlichen Bekanntheitsgrad zurückgreifen kann. Ich kann gar nicht mehr sagen wie viiiiele ach so tolle Video’s und Bilder davon gesehen habe und euch geht es bestimmt nicht anders. 

Doch wer wie ich ein „Cushing- Pferd“ (bzw. oder überhaupt eines mit gestörtem Fellwechsel) besitzt, weiss, dass ein solch nicht „automatisierter“ Fellwechsel, einen ganz schön in den Wahnsinn treiben kann. Täglich verbrachte ich fast mehr Zeit mit Striegeln, putzen und eincremen von gereizter Haut, als mit Reiten. Deshalb sprang ich wohl auch über meinen Schatten und schlug trotz meiner Skepsis, beim nächsten Sonderangebot eines FURminator‘s zu.

Als er dann ein paar Tage später bei mir eintraf, war ich natürlich gespannt, was dieses „Wunderding“ tatsächlich drauf hat (oder eben nicht). Auf den ersten Blick sah der FURminator für mich wie eine etwas grössere Hundebürste aus. Immer noch misstrauisch machte ich mich mit dem neuen Pflegewerkzeug auf in den Stall. Der erste Kampf war dann auch schon vorprogrammiert, denn ich schaffte es nur mühsam die Verpackung zu lösen… Zugegebenermassen stelle ich mich dabei auch sonst nicht wirklich geschickt an. ;-)  

Über den FURminator wurde bereits viel berichtet, doch auch ich habe ihn nun getestet: 

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Was der Hersteller verspricht

Gemäss dem Hersteller  wird „das Haaren“ um bis zu 90 % - reduziert, also besser als mit herkömmlichen Bürsten und Striegel, was wohl eher bei Hunden und Katzen eine Rolle spielt. 

Ausserdem sind die Kanten des FURminator‘s so konzipiert, dass man damit mühelos das Deckfell durchdringen und Unterwolle sowie lose Haare sanft entfernen kann, ohne die empfindliche Haut des Pferdes zu verletzen. 

Eine regelmässige Fellpflege mit dem Pflegewerkzeug soll die Haut und das Fell gesund halten sowie die Durchblutung und das Haarwachstum anregen.

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Die erste Anwendung

Nachdem ich mich mit dem anatomisch geformten Griff und der 12.7 cm langen Kante, sowie deren „Reinigungsprinzip auf Knopfdruck“ vertraut gemacht hatte, fand ich mit Special auch schon mein erstes „Versuchskaninchen“. Er war etwas weniger begeistert als ich, vor allem wenn es darum ging, auch die Beine von den Haaren zu entfernen, denn es musste seinem Benehmen nach schon ziemlich rupfen. Ich hingegen war total begeistert! Innert kürzester Zeit war er von ziemlich viel „Wolle“ befreit und sein äusseres Erscheinungsbild ähnelte wieder einem Pferd und nicht einem Bären. In den darauf folgenden Tagen verwendete ich weiterhin dieses Pflegewerkzeug und änderte meine Meinung auch nicht mehr: der FURminator ist eindeutig ein nützliches Hilfsmittel! 

Special's Bein Vorher & Nachher

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Der zweite Versuch in einer anderen Fellstruktur

Da ich bei Special grösstenteils davon begeistert war, wollte ich natürlich auch wissen, wie ich sich dieses Werkzeug bei Gipsy so macht. Bei ihr kam dann das ernüchternde Ergebnis, dass es sich beim FURminator wohl doch nicht um ein Wunder- Hilfsmittel in der Fellpflege handelt, denn von ihrem Fell blieb praktisch nichts in den Kanten hängen. Ich „kratzte“ damit lediglich etwas Staub vom Pferd ab. 

Bei Gipsy kam dann die Ernüchterung

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Persönliches Fazit FURminator

Noch nie hatte ich bei einem Produkt eine solch geteilte Meinung, wie beim FURminator.

Bei Special erleichtert mir seinen Einsatz, die ganze Pferdepflege, während ich bei Gipsy aufgrund ihrer eher kurzen, aber dichten Fellstruktur keine Verwendung dafür finden würde. Wägt man also die Kosten- / Nutzen für sich ab, dann rentiert sich die Anschaffung einer Magic Brush (vergleichbar mit der Wonderbrush) da viel eher, denn diese kann ich 1. überall beim Pferd und 2. bei JEDEM Pferd anwenden. Special müsste noch einige Fellwechsel überstehen, um diesen Preis wieder „rauszuholen“ ;-) 

Ein weiterer negativer Punkt ist wie vorhin angetönt, dass ich ihn aufgrund seiner Grösse und Handhabung nicht an jedem Körperteil benutzen kann. Denn die Pferde in den Testvideos sind immer etwas besser genährt oder bemuskelt als in mein alter Senior, weshalb ich deutlich vorsichtiger sein musste, um ihm nicht mit den Kanten weh zu tun. Man kann also eindeutig nicht so leicht über das gesamte Pferd damit gleiten, wie das in den Videos zu scheinen vermag. Er ist aber auch extrem empfindlich, sodass er beim kleinsten „rupfen“ nicht mehr hinhalten wollte. ;-) 

Die Anwendung bei Special muss trotz deutlichem Erfolg immer vorsichtig erfolgen

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Dennoch hat es mich wirklich erstaunt, wie viel loses Fell (ohne dass man es „von aussen“ direkt sieht) ich damit rausholen konnte und wie weich und flauschig sich Special danach anfühlte. 

Damit sich die Anschaffung lohnt: 

  • Mehrere (Cushing-) Pferde halten mit langer Fellstruktur und viel Unterwolle.
  • Über mehrere Jahre einsetzen: der FURminator scheint nahezu „unkapputbar“!  

Bei Gipsy funktioniert der FURminator leider nicht, das Pferd sollte also schon über ein etwas längeres Winterfell mit viel Unterwolle verfügen

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Falls ihr euch noch weiter mit dem FURminator beschäftigen wollt, könnt ihr gerne auch das Testvideo hier anschauen, um noch ein weiteres Bild zu bekommen. 

Weitere Tipps zum Thema Fellwechsel findet ihr in diesem etwas älteren Blog

Nun würden mich eure Erfahrungsberichte mit dem FURminator, oder anderen neuen Pflegehilfsmittel interessieren!

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