Der Esel - ein unterschätztes Wesen

„Ein Pferd tritt und schaut, ein Esel schaut und tritt“


In der Samichlaus-Woche darf natürlich auch einer seiner treusten Gefährten nicht fehlen.
Der Esel… und nein ich meine nicht Special, sondern die „richtigen“ Esel. ;-) Leider werden diese oftmals einfach in die Schublade „stur“ gesetzt, weshalb manchen nicht bewusst ist, dass diese haarigen und vor allem freundlichen Wesen ganz viel mehr auf dem Kasten hätten.


Okay zugegebenermassen mag ich sie beim REITEN nicht besonders, denn wie ich hier bereits erwähnte, fürchtet sich Special ziemlich vor diesen Langohren. Doch wie man im zweiten Foto erkennen kann, scheue ich ohne Pferd keine Annäherungsversuche und bin immer offen für neue Bekanntschaften.

Sogar meine ersten Reitversuche erlebte ich mit Eseln. Ach, was war das immer für eine Freude, wenn es endlich wieder Mittwochnachmittag war und mich Mama zum Eselreiten begleitete. Da sie sich jedoch von den Eseln auf die Schuhe schei**en liess, wurde daraus keine wirkliche Freundschaft, weshalb ich dann doch warten musste, um das vorgegebene reitfähige Alter zu erreichen. =)


Merkmale und einige Unterschiede zum Pferd

Die Hufe der Esel sind im Gegensatz zu denen der Pferde einem steinigen, unebenen Untergrund angepasst. So geben sie sicheren Halt, sind jedoch dafür weniger zum schnellen Rennen geeignet. Bei den Pferden ist das Horn wesentlich weicher und kann so auch schneller brechen. In Ausnahmefällen kann ein Esel trotzdem bis zu 50 km/h schnell werden.


Esel stammen aus trockenen Ländern, weshalb die Hufe schnell Risse und Löcher aufweisen, weil sie mit dem feuchten Wetter Mitteleuropas schlecht zurechtkommen. Diese führen dann wiederum zu Fäule. Eine regelmässige und verantwortungsbewusste Hufpflege ist für die Esel also überlebenswichtig.


Man trifft Esel in den Farben Grau, braun, schwarz und manchmal sogar rötlich. Wie bei den Pferden gibt es hier jedoch auch gescheckte Wesen. Sehr selten sind jedoch ganz weisse Esel. Über ihren Rücken verläuft meistens ein Aalstrich, die Beine können zebraartig gestreift sein und oftmals ist der Bauch, sowie der Bereich um die Augen und ums Maul weiss.
Esel tragen eine Stehmähne sowie einen in einer grossen Quaste endenden Schwanz und ihr wohl grösstes Markenzeichen sind die langen Ohren, welche um Vieles grösser sind, als die der Pferde.


Esel können zwischen 90 bis 160cm gross werden und sind in der Regel langlebiger als die Pferde, da sie über 40 Jahre alt werden können.


Neben den zahlreichen äusserlichen Unterschieden zu den Pferden, besitzen Esel im Gegensatz zum Pferd fünf statt sechs Lendenwirbel. Auch verfügen sie über ein Chromosomenpaar (31 anstatt 32) weniger als unsere Pferde.

Aber auch im Verhalten gibt es natürlich bedeutende Unterschiede, denn Pferde neigen in Stresssituationen zur Flucht, die Esel wiederum bleiben oft wie angewurzelt stehen. Zusätzlicher Stress wie Schläge oder Schreie, verstärkt diese Starre nur, woraus leider der Ruf des Esels als besonders stur und dumm entstanden ist.


Die Domestikation

Ursprünglich wurden Esel auch als Reittiere bzw. zum Ziehen von Wagen verwendet. Da Pferde schneller und kräftiger waren, wurden sie deshalb in der Regel dann durch Solche ersetzt. Jedoch dem Job als Packtier konnte nur der Esel gerecht werden, was an seiner Zähigkeit liegt. Denn er kann viel länger ohne Wasser und Nahrung auskommen, als es ein Pferd könnte. Ausserdem sind sie im Gegensatz zu den Pferden schwindelfrei und wurden deshalb in steilen Bergwelten bevorzugt.


Aufgrund ihres Abwehrverhaltens gegen Hundeartige Wesen, wird der Esel von Schäfern auch gerne als Herdenschutzesel eingesetzt. Aber auch in der tiergestützten Therapie und der tiergestützten Pädagogik kommt der Esel zunehmend zum Einsatz. Mittlerweile gibt es schon unzählige verschiedene Rassen, welche ihr gerne hier nachlesen könnt.


Und es gibt sogar zwei allbekannte Hybride der Esel, welche jedoch in den meisten Fällen unfruchtbar sind:

-Maulesel (Pferdehengst & Eselstute und besitzen eher den Charakter eines Esels, sowie dessen Grösse)

-Maultier / Muli (Eselhengst & Pferdestute und sind etwas größer und belastbarer / „einfacher“ zu züchten als Maulesel)


-Seltener und meist ungeplant ist der Zesel (Zebra und Esel)


Weshalb sagt man eigentlich…

Eselsbrücke (Bezeichnung für Merkspruch) Da Esel sehr wasserscheu sind und sich beharrlich weigern, auch nur kleinste Wasserläufe zu durchwaten, obwohl sie diese physisch leicht bewältigen könnten, baute man ihnen in Furten kleine Brücken. Die sogenannten „Eselsbrücken“.

Eselsohr (Hat verschiedene Bedeutungen) Hierzu habe ich mehrere Bedeutungen gefunden. Vom essbaren Pilz bis zum Lesezeichen. ;-)

Drahtesel (scherzhafter Begriff für Fahrrad) Zu diesem Begriff habe ich leider keine Verbindung zum Esel gefunden, aber vielleicht könnt ihr mich hier aufklären?

Die artgerechte Haltung
Esel lieben die Sonne bzw. Hitze, weshalb man sie auch im Sommer in der prallen Mittagssonne antrifft, obwohl sie einen Schattenplatz zur Verfügung hätten. Dies ist natürlich bedingt durch ihre Heimat: die Wüstenrandgebiete. Dafür hassen sie jedoch Feuchtigkeit wie z.B. Regen. Auch im Winter ist ein trockener Unterstand wichtig. Sie bekommen zwar ein dickes Fell, welches bis zu 10 Grad unter null aushalten kann, doch die Nässe macht ihnen und ihren Hufen zu schaffen.


Da Esel extrem gute Futterverwerter sind, muss besonders darauf geachtet werden, dass sie nicht überfüttert werden! Esel brauchen Zellulose was sie am besten in Holzrinden, Heu und Stroh finden. Brot sollte nur in kleinen Mengen verfüttert werden, da es dem Kraftfutter gleichzusetzen ist.


Eine Anschaffung eines Esels (so wie natürlich auch bei jedem anderen Tier) sollte man sich gut überleben, denn sie können bis zu 40 Jahre alt werden und müssen täglich beschäftigt werden.


Wer jedoch mit den Eseln sanft redet und sie freundlich bittet, der wird an ihnen immer viel Freude haben.


Und hier noch ein paar "Eselige"-Links:
 

http://www.esel-info.ch/Eselinfo.htm

http://esel.jimdo.com/

http://www.eselinnot.ch/

http://esel-agentur.jimdo.com/

http://www.eselfreunde.ch/

Viel Spass beim Durchstöbern ;-) 

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