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Der Bachelor und professionell reiten - passt das zusammen?

Am Montag, den 11. Dezember 2017 war es endlich so weit. Tausende Fernsehzuschauer fieberten dem Ende von "Der Bachelor" entgegen. Wer würde wohl die letzte Rose bekommen? Die finale Entscheidung hat dann letztendlich jeder auf irgendeinem Wege mitbekommen, ob gewollt oder nicht. Die diesjährige Gewinnerin ist Ludmilla Schlaefli. Jetzt fragt sich der ein oder andere wahrscheinlich, was dieses Thema hier auf reitsport.ch zu suchen hat. Schliesslich sind wir weder ein Klatschblatt noch sonst etwas in der Art.

Aber einen gewissen Zusammenhang gibt es dann trotzdem. Ludmilla ist Reiterin. Und das nicht nur mit Turnschuhen und Jeans in den Ferien am Strand, sondern professionell. Sie arbeitet im Stall Etter, verbringt täglich mehrere Stunden im Sattel, bildet Pferde aus und stellt sie an Turnieren vor. Da interessiert es uns natürlich schon ein bisschen, wie sich ein Leben als Vollzeit-Reiterin mit der Teilnahme am "Bachelor" vereinbaren lässt. Wir haben Ludmilla diese, sowie einige weitere Fragen gestellt und sie als sehr freundliche und vor allem durch und durch leidenschaftliche Reiterin kennengelernt. 

Inzwischen bist Du seit 2 Monaten wieder vom “Bachelor” zurück. Kannst Du schon wieder weitermachen wie vorher?                                                   

Im Moment verbringe ich noch viel Zeit in Zürich, daher ist mein Leben noch nicht wieder ganz so wie davor. Aber die Aufenthalte in Zürich sollten jetzt bald vorbei sein, sodass ich wieder einen geregelten Tagesablauf haben werde.

 

Aus welchen Gründen hast Du Dich entschieden, beim “Bachelor” mitzumachen? 

Ich war im letzten Jahr auf einer Veranstaltung und dort hat mich Kanal 3+ gefragt, ob ich den “Bachelor” kenne und interessiert wäre daran teilzunehmen. Ich hatte den “Bachelor” noch nie zuvor im Fernsehen angeschaut, weder auf französisch noch auf deutsch. Daher antwortete ich, nicht wirklich interessiert zu sein. Ich habe mich dann aber dennoch gefragt, was es mit dem “Bachelor” auf sich hat und bin zum Casting nach Zürich gefahren. Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass sie mich sehr gerne in der Sendung dabei hätten. Das wäre für die Show im letzten Jahr gewesen. Damals habe ich aber abgelehnt. Vor allem aus persönlichen Gründen, aber auch weil meine Stute in extrem guter Form und mitten in einer super Saison war. Ich wollte die Turniersaison mit ihr beenden und nicht bereits nach der Hälfte aufhören.

Dieses Jahr hat mich Kanal 3+ dann erneut kontaktiert, um zu fragen ob ich bei der Sendung dabei sein wollte. Ich habe ein wenig hin und her überlegt und mir letztendlich gesagt, dass zweimal “Nein” zu sagen etwas zu viel wäre. Meine Stute hatte bereits eine super Saison hinter sich, die sie so wahrscheinlich nie wieder haben wird (leider fängt das Alter an sich bemerkbar zu machen). Also habe ich “Ja” gesagt.

Ausserdem bin ich nicht zum “Bachelor” gegangen, um die Liebe meines Lebens zu finden. Für mich war es die Möglichkeit, eine neue Erfahrung zu machen und ich liebe neue Erfahrungen und Herausforderungen! Zwar wusste ich von Beginn an, dass ich mich vor den vielen Kameras nicht besonders wohl fühlen würde, aber ich habe mir auch gesagt, dass ich in meinem Beruf wahrscheinlich nicht so schnell wieder die Möglichkeit hätte neue Länder zu entdecken und eine solche Erfahrung zu machen.

 

Warst Du Dir darüber bewusst, was die Teilnahme am “Bachelor” für Dein Training und dein Privatleben bedeutet?

Ganz ehrlich? Nein! Ich hatte mir einen Monat vor Drehbeginn die Hand gebrochen und konnte daher in jedem Fall nicht reiten. Ausserdem war ich sicher, maximal eine oder zwei Rosen zu bekommen. Die Chance zu haben, bis zum Ende dabei zu sein war für mich völlig undenkbar.

Ich habe auch nicht erwartet, dass der “Bachelor” so gut sein würde...Ich hatte etwas völlig anderes erwartet und war daher positiv überrascht. Wie schon gesagt, hätte ich nie gedacht so weit zu kommen und auch nicht, dass die Medien so viel Zeit in Anspruch nehmen würden: ständig nach Zürich zum Sender zu fahren, Interviewanfragen zu beantworten, Interviews zu geben und weitere TV Auftritte zu absolvieren…

Was mein Privatleben betrifft habe ich ganz viele verschiedene Rückmeldungen bekommen, vor allem im positiven Sinne. Natürlich gab es auch ein oder zwei negative Bemerkungen, aber keine wirklichen Überraschungen. Da ich meine Persönlichkeit zu keinem Zeitpunkt der Show verstellt habe und immer ich selbst geblieben bin, habe ich auch meine Familie und Freunde nicht vor den Kopf gestossen. Für sie bin ich immer noch die selbe und es ändert sich überhaupt nichts - ob ich jetzt beim “Bachelor” teilgenommen habe oder nicht.

 

Wie viele Stunden am Tag verbringst Du auf dem Pferd? Hast Du auch eigene Pferde?

Eigentlich verbringe ich praktisch jeden Tag im Stall. Ich arbeite im Stall Etter, was bedeutet dass wir im Normalfall (ausserhalb der Turniersaison) um 7h morgens anfangen und (mit einer kleinen Mittagspause) abends gegen 18 Feierabend haben. Im Moment haben wir eine zweimonatige Turnierpause und machen nur lockeres Training mit unseren Pferden. Im Februar geht dann wieder die Turniersaison los und damit werden auch die Arbeitszeiten wieder etwas unberechenbarer.

Unser Chef stellt jedem Reiter eine gewisse Anzahl an Pferden zur Verfügung, die wir dann trainieren und auf Turnieren vorstellen. Die Anzahl kann sich aber innerhalb einer Woche komplett ändern, je nachdem ob Pferde verkauft werden oder neue dazukommen...Es kann sein, dass ich am Anfang der Woche zehn Pferde habe, am Mittwoch nur noch 5 und am Wochenende wieder 12. Im Durchschnitt habe ich aber 8 Pferde am Tag.


Ein eigenes Pferd brauche ich da eigentlich nicht wirklich, da wir wirklich immer genug zu reiten haben. Ich mache allerdings eine Ausnahme für meine eigene Stute. Sie hat einen recht grossen, hässlichen Sarkoid am Hals, den man leider auch nicht entfernen kann da sie das töten würde. Ich behalte sie, da sie damit wahrscheinlich niemals jemand kaufen würde und sie recht schnell beim Schlachter enden würde. Ausserdem ist sie mein absolutes Seelen-Pferd! Sie hat einen festen Platz in meinem Herz und ich würde sie niemals hergeben.

 

Bleibt Dir neben Deinem Beruf noch Zeit für andere Dinge/ eine Beziehung?

Es stimmt, dass unser Beruf sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Wir arbeiten an 6 von 7 Tagen, während der Turniersaison zum Teil sogar jeden Tag. Abends wird es oft sehr spät und morgens ist es immer früh...manchmal sind wir völlig müde wenn wir nach Hause kommen und haben wirklich überhaupt keine Lust mehr irgendetwas zu tun. Aber das ändert für mich nichts daran, eine Beziehung haben zu können oder nicht! Wenn man eine Beziehung wirklich möchte, dann wird man auch etwas dafür tun. Das wichtigste dabei ist, einen Partner zu finden der klug ist, viel Empathie besitzt und sich gut in andere hineinversetzen kann. Er muss verstehen, was unser Beruf bedeutet. Sobald er verstanden hat, dass es sich um eine Leidenschaft handelt, dass der Beruf manchmal schwierig ist, die Nerven etwas blank liegen und man oft nur wenig präsent ist...dann gibt es überhaupt kein Problem. Das einzige Problem dabei ist, jemanden zu finden, der genau dazu fähig ist und uns unterstützt. Aber wie schon gesagt ist das nicht hoffnungslos.

 

Wo kaufst Du Deine Reitsachen ein und was sind deine bevorzugten Marken?

Normalerweise kaufe ich meine Reitsachen bei einer guten Freundin, die einen eigenen Laden besitzt. Manchmal stöbere ich auch gerne in anderen Geschäften.

Was die Marken betrifft gibt es sehr viele, die ich mag und es ist sehr schwierig einzelne hervorzuheben. Ich bin weniger Fan von sehr teuren Marken wie z.B. Animo, aber ich mag Equithème für die gute Preis-Leistung der Produkte oder Pikeur, die wirklich immer sehr gute Produkte haben. Es gibt aber wirklich viel zu viele, um sie alle hier zu nennen :-)

 

Was sind Deine Pläne für das nächste Jahr? Sowohl reiterlich als auch privat?

Was das Reiten betrifft werde ich auf jeden Fall noch eine Saison im Stall Etter bleiben. Ich liebe dieses Leben, nehme gerne an Turnieren teil, reite verschiedene Pferde und erlebe immer wieder neue Überraschungen…

Für das Privatleben ist es noch etwas früh, um eine Aussage zu treffen. Es gibt noch unzählige Journalisten die mich regelmässig anrufen, ich habe zahlreiche Termine in Zürich und Umgebung...ich kann daher wirklich nur schwer abschätzen wie meine Zukunft aussieht und wie sich mein Privatleben entwickelt.

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