Das sind die Schweizer Meister Dressur 2014

Sechs Jahre ist es her seit
Anna-Mengia Caliezi zum letzten Mal an einem Grand-Prix teilgenommen hat. Und ihr Pferd, der 13-jährige bayrische Hengst Raffaelo Va bene, war zwar in
Deutschland schon siegreich, hat aber noch nie einen Start in der Schweiz absolviert. „Eigentlich war die Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen nur als Standortbestimmung gedacht“, sagte die in Hombrechtikon ZH wohnhafte Bündnerin, die mit der ehemaligen Weltklasse-Dressurreiterin Silvia Iklé trainiert. Dass sie gleich mit dem Titelgewinn und ihrer ersten Meisterschaftsmedaille endet,
hätte sich Aerne-Caliezi nicht träumen lassen.

 Schon ihr Sieg in der ersten
Wertungsprüfung am Samstag, dem Grand Prix, war eine Überraschung gewesen. Mit
einem soliden, weitgehend fehlerfreien Ritt schlug sie Antonella Joannou auf
Dandy de la Roche CH hauchdünn mit einem Vorsprung von 0,12 Prozentpunkten.
Dabei wurde die Genferin Joannou in Abwesenheit der vier Schweizer
WM-Teilnehmer, darunter Titelverteidigerin Marcela Krinke Susmelj, als Favoritin gehandelt. Die Ausgangslage für den Grand Prix Kür gestern Sonntagnachmittag war deshalb wieder völlig offen – und die Prüfung für die Zuschauer dementsprechend spannend. Antonella Joannou präsentierte ihr neunjähriges in der Schweiz gezüchtetes Nachwuchspferd Dandy de la Roche CH zur Musik ansprechend, aber nicht mit der gleichen Sicherheit wie am Vortag. So patzte das Pferd in der ersten Galopp-Pirouette und auch sonst schlichen sich ein paar kleine
Fehler ein. Doch auch  Anna-Mengia Aerne-Caliezi und Raffaelo Va bene blieben
nicht fehlerlos – die Reiterin ritt etwas gar vorsichtig und ihr Pferd stockte sowohl im Übergang zur Piaffe als auch vor den Galopp-Pirouetten. Der ansonsten
sehr schöne Ritt wurde von den Richtern trotzdem mit der hohen Wertung von 72,875
Prozentpunkten benotet. Joannou erhielt 71,825 % - was Rang 3 in der Kür bedeutete. In der  Meisterschaftswertung
konnte sie sich aber auf Platz 2 halten und erhielt die  Silbermedaille.  Dank dem zweiten Platz in der Kür (72,15 %)
sicherten sich Markus Graf aus Dielsdorf und Ronaldo, die Schweizer Meister des
Jahres 2011, die Bronze-Medaille.  

In Humlikon wurden zum ersten Mal Schweizer Meisterschaften in fünf Kategorien ausgetragen. Neu hinzugekommen ist die Kategorie U25+ für Reiterinnen und Reiter bis 27 Jahre, welche die grosse
Lücke zwischen Nachwuchs und Elite etwas schliessen soll. Die erste Siegerin der U25+ heisst Jessica Neuhauser. Die 24-jährige hat ihr Zuhause in Zürich vor
fünf Jahren verlassen und lebt nun in der Nähe von München ganz für den Dressursport. Mit ihrem imposanten Hengst Ferrero Kiss hatte sie beide Wertungsprüfungen für sich entschieden. Eine souveräne Titelverteidigung gab es bei den Jungen Reiter: Die erste
18-jährige Estelle Wettstein aus Wermatswil, die vom Alter her eigentlich noch bei den Junioren mitreiten dürfte, aber seit drei Jahren bewusst in der schwereren Kategorie startet, gewann auf ihrem achtjährigen Pferd Friedrich der Grosse alle drei Wertungsprüfungen mit einem grossen Vorsprung. Gleich zweimal
Gold gab es für die bald 16-jährige Naomi Winnewisser: Auf ihrem Grosspferd Fürst Rousseau verteidigte sie ihren Titel vom Vorjahr in der Kategorie Junioren. Und bei den Ponys, wo die
Wattwilerin 2013 Silber gewann, siegte sie nun ebenfalls mit einem grossen Vorsprung.

Weitere sechs Tage Spitzensport: Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz der Schweizer Meisterschaften Dressur, die zum zweiten und vorläufig letzten Mal auf der Infrastruktur des Maurice Lacroix CSI Humlikon stattgefunden haben. Nach einer eintägigen Umbaupause geht es am Dienstag
auf der Reitanlage der Familie Freimüller weiter mit sechs regionalen Springen und ab Mittwoch mit insgesamt 23 internationalen Prüfungen, zu der europäische Spitzenspringreiter aus rund 20 Nationen antreten werden.

 

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