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Das Reiten im Damensattel

Das Reiten im Damensattel


Die Frage, die mir häufig gestellt wird, ist : WARUM?

Eine absolut legitime Frage, da das Reiten im Damensattel technisch etwas anspruchsvoller ist (vor allem am Anfang) als im Herrensattel, am Anfang sitzt man unbequem und hat überall Muskelkater (wie im Herrensattel), man sucht jahrelang einen passenden Sattel für sein Pferd und sich selber und irgendwann stellt man fest, dass man 12 Damensättel für zwei Pferde hat und keiner passt, Komplikationen, wo man nur hinschaut.


Das Glücksgefühl, wenn man endlich die passende Kombination von Pferd und Damensattel gefunden hat, und aufsteigen kann !

 


Zur Einführung zuerst einmal eine kurze Übersicht über die häufig zitierten Eckdaten der Geschichte des Reitens im Damensattel:


Das Reiten im Seitsitz ist in der Geschichte mindestens seit der Antike durch die keltische Göttin Epona, die auch von den Römern übernommen wurde, belegt. Epona wurde im Seitsitz auf dem Pferd dargestellt. Man hat mir erzählt, dass sogar eine kleine Skulptur der Epona  in der Fondation Gianadda in Martigny VS zu finden sei.


Seit der Antike ist viel passiert, was das Damensattelreiten angeht. Im 12. Jahrhundert gab es Sattelkissen mit Fussbrett für die Dame, deren Pferd von einem Herrn geführt wurde. Die Dame sass seitlich mit beiden Füssen auf dem Fussbrett. Sie hatte keinerlei Einwirkung oder Kontrolle auf ihr Pferd.

Bei Jagden war dies hinderlich, denn die Damen wollten natürlich mit den Herren auf die Jagd gehen, denn dort wurde Politik gemacht.

1382 war es Anne von Böhmen, die es sich erlaubte, ihren Oberkörper in Laufrichtung des Pferdes zu drehen und ihren rechten Fuss vom Fussbrett zu enfernen. Sie “erfand” das erste Horn des Damensattels, um ihr rechtes Knie zu halten. Von einem sicheren Sitz war auch sie noch weit entfernt.

Im 16. Jahrhundert war es Catherine de Medici, deren Name eher mit einer Zeit politischer und religiöser Unruhen verbunden ist als mit dem Reitsport, der das zweite Horn zuzuschreiben ist. Das zweite Horn befand sich rechtsaussen, so dass beide Hörner den rechten Oberschenkel festhielten. Der Legende zufolge war sie eine begeisterte Reiterin und eine sehr intelligente Frau, die allerdings nicht besonders gut aussah, aber wohl stolz auf ihre Fussknöchel war. Mit Einführung des zweiten Horns, gewann sie einerseits ein unabhängigeres Reiten und andererseits konnte sie sehr diskret ihren rechten Fussknöchel zur Schau stellen, wenn der Rock durch den Wind ein wenig angehoben wurde.


Erst im 19. Jahrhundert wurde das untere schraubbare Horn erfunden, vermutlich 1830 durch den französischen Reitlehrer und Autor Jules Pellier. Dieses Horn hält den linken Oberschenkel, so dass die Amazonen jetzt in allen drei Gangarten autonom reiten konnten und an Turnieren in allen Disziplinen teilnehmen konnten.


Die Dame, die das Jagdreiten im Damensattel nochmals um einiges populärer machte war Kaiserin Elisabeth von Österreich.


In der heutigen Zeit findet man neben den Vereinen in den europäischen Ländern und USA auch Vertreter der Royals wie Königin Elisabeth von England, die bis vor einigen Jahren noch aktiv im Damensattel ritt.

In Frankreich gibt es Damen, die nur Damensattel reiten und dies nur bei Treibjagden, in Irland gibt es eine Susan Oakes, die 2013 den Hochsprung Rekord im Damensattel mit 2,03 m aufstellte.


Das Reiten im Damensattel ist keine separate Disziplin, es handelt sich um das klassische englische Reiten mit den klassische Hilfen, nur dass man im Damensattel sitzt!


Der Damensattel-Verein Schweiz wurde 2007 mit dem Ziel, das Damensattelreiten in der Schweiz zu fördern und zu unterstützen, gegründet und ist seit 2010 Teilmitglied des SVPS.


Sein Motto: Sicherheit und Eleganz


Seine Aktivitäten:

- Bekanntmachen des Damensattelreitens in der Schweiz

- Schnupperkurse, Kurse und Lehrgänge im Damensattel mit Lehrern aus In- und Ausland

- Organisation des jährlich stattfindenden Damensatteltages

- Organisation der Teilnahme an Turnieren im Ausland

- Teilnahme an Repräsentationen, Vorführungen und Shows

 

Einige Bemerkungen:

- Auch in früheren Zeiten gab es Damen, die in Herren- und Damensitz ritten

- In dem Text rede ich von der Entwicklung des “englischen” near side Damensattel, mit dem man die Beine links hat. Es gibt auch Off-Side Damensättel bei denen man die Beine rechts hat. Ich schliesse Western, Vaquera und sonstige Damensättel in diesem Text aus.

 


Dorothee Berg

 

Programm rund um den Damensatteltag 


5.10.2018 Besuch Privatkollektion Damensättel in Chenarlier VS / Visite collection privée selles d’amazone à Chenarlier VS

6.10.2018 Besuch Pferdemuseum La Sarraz & Saddlefitting / Visite Musée du cheval à La Sarraz & Saddlefitting

7.10.2018 Prüfungen / Epreuves, Haras National Suisse, Avenches

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