Das ABC des Longierens Teil 2

Nachdem wir das letzte Mal in Teil 1, die verschiedenen Ausbindezügel angeschaut haben, möchte ich euch nun etwas über die Art und Weise der Longen- und Peitschenhandhabung erzählen.

Als erstes die verschiedenen Arten wie eine Longe eingehängt werden kann und die entsprechende Wirkung.

Normal am Trensenring: Keine ideale Lösung zum einhängen der Longe, ausser ihr habt eine Knebeltrense. Mit einer normalen Ringtrense, besteht die Möglichkeit, dass ihr die Trense durchs Maul ziehen könnt. Dies kann bei der Knebeltrense nicht passieren. Dazu habt ihr eine einseitige Einwirkung auf den inneren Trensenring.

Trensenring in Kombination mit dem Nasenband: Die Longe durch den Trensenring um das Backenstück des Nasenbandes und zurück an die Longe. Dies ist eine sehr weiche Einhängung, ideal für junge oder sensible Pferde. Ihr könnt so die Trense nicht durchs Maul ziehen und habt eine feine Einwirkung auf Trensenring und Nasenband.

Trensenring zu Trensenring: Die Longe durch den innern Trensenring an den Äusseren gehängt. Eine einfache jedoch scharfe Variante. Durch diese Einhängung habt ihr einen extremen Nussknackereffekt. Dies kann bei einer feinen Longenführung und einem eher starken, heftigen Pferd eine gute Variante sein. Ich persönlich bin kein Fan von dieser Art die Longe einzuhängen.

Brücke oder Longierbrille: Etwas praktisches aber leider nicht wirklich geeignet um ein Pferd an der Longe zu arbeiten. Auch hier gibt es ein Nussknackereffekt und die gezielte Einwirkung, ist durch die Einhängung in der Mitte der Brücke, fast nicht gegeben. Vorteil ist natürlich, dass ihr die Longe nicht umhängen müsst bei einem Handwechsel.

Kopflonge: Auch eine eher schärfere Variante, die jedoch sehr effektiv ist und eine gute Einwirkung bietet. Ich persönlich longiere oft mit der Kopflonge und finde diese Art die Longe einzuhängen sehr gut. Die Wirkung ist jedoch eher aufrichtend gedacht. Kann meiner Meinung nach auch super für die vorwärtsabwärts Arbeit gebraucht werden. Die Longe wird durch den innern Trensenring über das Genick an den äussern Ring und dort eingehängt. Gibt einen leichten Nussknackereffekt und Druck auf das Genick. Dies bietet eine gute Einwirkung und Möglichkeit das Pferd mit feiner Longenführung zu arbeiten. Der Nachteil ist die etwas kompliziertere Einhängung der Longe. Dies bedarf etwas mehr Aufwand bei den jeweiligen Handwechseln.

Vom Trensenring zum Gurt: Um mit einem Pferd an der Stellung und Biegung intensiver zu arbeiten eine Lösung die ab und zu gebraucht werden kann. Die Einwirkung ist jedoch sehr Einseitig und auch hier besteht wieder die Gefahr die Trense durch das Maul zu ziehen.

Nun habt ihr die Longe eingehängt und den Ausbindezügel verschalt. Zum Aufwärmen im Schritt kann das Pferd an der Longe ohne Ausbinder laufen. Sollte dies nicht gehen, kann das Pferd auch im Schritt geführt werden. Ich würde die Ausbinder erst einhängen, wenn das Pferd auch gearbeitet wird. Auch zum Auslaufen am Schluss, sollten die Ausbindezügel aushängen werden.

Wie halte ich die Longe in den Händen, damit ich kein Durcheinander habe? Nehmt das Ende der Loge in die Hand, auf welcher ihr das Pferd longiert. Wir beginnen immer auf die einfachere Seite des Pferdes, damit es sich besser löst. Also nehmen wir nun einmal an, dies ist auf linke Hand. Also das Longenende in die linke Hand und die Longe in gleichmässig grossen Schlaufen aufwickeln. Die Peitsche kommt nun in die rechte Hand und wir longieren das Pferd an. Schön langsam und gleichmässig das Pferd von einer kleinen auf eine grosse Volte longieren. In der linken Hand habt ihr nun die Longe (Zügel) und in der Rechten die Peitsche (Bein). Wichtig ist euer Standort beim longieren. Ihr solltet im Idealfall an Ort und Stelle stehen und euch mit dem Pferd mit drehen. Das Pferd wird zwischen der Longe und der Peitsche in einem Dreieck eingerahmt. Ihr müsst immer leicht hinter dem Pferd sein. Das Pferd vor euch haben, wie beim Reiten! Die Pferde reagieren stark auf die Körpersprache, dazu aber im dritten Teil mehr.

Zurück zur Longenhandhabung. Beim Longieren die Schlaufen immer gleichmässig durch die Hand gleiten lassen und auch wieder aufwickeln. Die Longe bleibt auf linke Hand auch immer in der liken Hand. Nun zum Handwechsel: als erste nehmt ihr die Peitsche hinter dem Rücken durch und klemmt sie unter den linken Arm. Peitsche zeigt nach Hinten. Danach wechselt ihr die Longe in die rechte Hand und holt das Pferd langsam zu euch nach Innen. Wir wickeln nun die Longe bereits auf die neue Longenhand auf, damit wir kein Gewirr bekommen. Danach könnt ihr die Peitsche, welche ja auch bereits unter dem linken Arm steckt, nach vorn nehmen. Nachdem die Longe noch umgehängt wurde, kann das Pferd wieder anlongiert werden. Die richtige Longenführung ist etwas Übungssache. Dies könnt ihr ganz einfach zu Zweit oder in einer Gruppe üben. Hängt euch gegenseitig die Longe am Gurt oder der Hose ein und longiert euch gegenseitig und übt so die Handhabung.

Ich wünsche euch viel Spass beim Üben.

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