Das 1x1 des Springsports

Im Jahre 2014 fand der erste CS Langenthal in Bern statt und es war einfach grossartig. Auch dieses Jahr wird das Turnier wieder in Langenthal vom 5. bis 8. August 2015 ausgetragen und wir freuen uns jetzt schon auf zahlreiche Reiter/innen sowie Besucher/innen.
In diesem Blog erfahrt ihr mehr über das 1x1 der Hindernisse und Fehler des Springreitens. Im Blog am Mittwoch erkläre ich euch die verschiedenen Springprüfungen und Lizenzen, mit welchen der Reiter auf unterschiedlichen Stufen teilnehmen kann.

Zuerst einmal alle Hindernisse im Überblick. Zu unterscheiden sind Steilsprünge, Weitesprünge, Hochweitsprünge, Kombinationen und In-Outs, wobei letzteres eher nicht auf Turnieren gesehen wird.
Die Sprünge werden dabei aus beweglichem Material zusammengebaut, d.h. das Hindernis oder die Stange kann fallen, anders als im Geländespringen, wo die Hindernisse unter anderem ganze Baumstämme sind.

 

Steilsprünge

Diese Hindernisse können aus Stangen oder Planken bestehen, wobei diese alle übereinander in einem Ständer liegen.
Wenn der Sprung nur aus Stangen besteht, wird er Rick genannt. 


Ein Plankensprung hat hingegen unter den Stangen mindestens eine Planke, wenn nicht mehrere. Es gibt aber auch Hindernisse, die nur aus Planken gebaut sind. 

  
Zum Steilsprung wird auch die Mauer gezählt. Die Elemente einer Mauer sind aber nicht miteinander verbunden, sondern nur aufeinander gestapelt. Falls ein Pferd mit seinen Beinen ankommt, geben die Klötze nach und fallen runter. Die Mauer ist ausserdem ein schwieriges Hindernis, denn die Pferde sehen nicht durch die Mauer hindurch. Hier ist das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter sehr wichtig.

 

Weitsprünge

Beim Weitsprung gibt es nur den Wassergraben. Dieser hat oft eine kleine Absprunghilfe, meist aus einer kleinen Hecke oder einem Reisigzaun bestehend. Die Absprunghilfe dient lediglich als Orientierung für das Pferd, damit es besser abschätzen kann, wo der richtige Absprung ist. Wird diese umgestossen, gilt es nicht als Fehler.
Damit Fehler beim Wassergraben gesehen werden, steht immer ein Richter daneben und das am Ende des Grabens. Dieser hebt eine rote Flagge, wenn das Pferd auf die weisse Linie nach dem Wasser oder gar in den Wassergraben tritt.
Die Gräben haben eine Weite von 2.5 bis 4.5 Meter.

 

Hochweitsprünge

Unter die hohen und zugleich weiten Sprünge fallen Oxer, Doppelrick, Triplebarre, Kreuzoxer, Schweinerücken oder der überbaute Graben.  Bei Hochweitsprüngen sind immer mindestens zwei Stangenständer vorhanden, sofern das Hindernis aus Stangen besteht.
Der Oxer und das Doppelrick sind sich ziemlich ähnlich. Der einzige Unterschied liegt darin, dass beim Oxer auf dem hinteren Ständer nur eine Stange liegt. Beim Doppelrick liegen gleich viele Stangen auf der selben Höhe, einfach auf zwei Stangenhaltern. Somit kann das Doppelrick von beiden Seiten gesprungen werden, der Oxer nicht. 


Die Triplebarre besteht aus drei Stangenständern. Die Hindernisstangen liegen so, dass sie von vorne nach hinten immer höher werden. Es ist wichtig, dass der höchste Punkt der Flugkurve des Pferdes über der letzten Stange ist. Ansonsten springt das Pferd in die letzte Stange hinein.
Der Kreuzoxer ist eine Kombination aus einem Kreuz vor dem Oxer. Die vorderen Stangen werden nur auf je einer Seite in den Ständer gelegt, damit sich ein Kreuz bildet. Die hintere Stange liegt weiter oben. 


Der Schweinerücken sieht wie ein rundes Dach aus. Hierbei ist er aus vielen Holzteilen zu einem Element zusammengebaut. Mit Stangen und Haltern kann der Schweinerücken auch gebaut werden. Dabei braucht es drei Halterungen. Die erste und letzte Stange liegen gleich hoch auf. Auf den mittleren Ständer werden zwei Hindernisstangen gelegt. Dabei muss die obere von beiden höher sein, als die Stangen auf dem ersten und dritten Stangenhalter. 


Der überbaute Graben. Dieser sieht wie der Wassergraben aus, nur das darüber noch Stangen angebracht werden. Je höher das Hindernis, desto kürzer wird der Graben, denn Pferde haben auch ihre Grenzen.

 

Kombinationen

Diese bestehen aus mehreren Sprüngen. Dabei kann das Pferd zwischen den Sprüngen einen oder zwei Galoppsprünge machen. Wenn die Kombination aus zwei Hindernissen besteht, nennen wir sie eine zweifache Kombination. Bei drei aufeinanderfolgenden Sprüngen sagen wir dreifache Kombination.

 

In-Out-Sprünge

Dieses Hindernis ist der Kombination ähnlich, nur dass das Pferd keinen Galoppsprung zwischen dem ersten und zweiten Hindernis machen kann. D.h. sie stehen in einer kleinen Distanz. Wenn das Pferd mit den Vorderbeinen nach dem ersten Sprung landet, setzt es sogleich für den nächsten Sprung an. Wie schon oben erwähnt, kommt diese Hindernisart nicht an Turnieren vor. Reiter üben damit gerne, auch in Form einer Gymnastiklinie. Dabei werden ganz viele Hindernisse in einer Reihe aufgestellt. Pferde, die übereifrig sind oder noch kein gefestigtes Rhythmusgefühl haben, lernen dabei sehr einfach und erfolgreich. 

 

Fehler beim Springreiten

Stangen, die herunter fallen geben vier Strafpunkte. Eine Begrenzung der fallenden Stangen gibt es nicht. Die Punkte werden aufsummiert. Das Ziel ist es natürlich null Strafpunkte zu erreichen, sprich alle Stangen oben zu lassen. Ab und zu kommt es vor, dass die Pferde vor einem Hindernis stehen bleiben oder gar ausweichen. Die nennt der Reiter eine Verweigerung. Drei sind pro Parcours erlaubt, gibt aber auch vier Strafpunkte pro Verweigerung. Nach der 3 Verweigerung wird das Reiterpaar disqualifiziert. Weitere Gründe für eine Disqualifikation sind, Sturz vom Pferd, Überschreiten der Maximalzeit, das Reiten der Hindernisse in falscher Reihenfolge oder das Anreiten von der falschen Seite.

 

Zeit pro Parcours – auch hier gibt es Fehler

Für jeden Parcours gibt es eine vorgegebene Zeit. Diese sollte jeder Reiter möglichst einhalten, ansonsten wird ein Strafpunkt verteilt pro angefangene vier Sekunden. Dazu gibt es noch die Maximalzeit die angegeben wird, welche nicht überschritten werden darf. 

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