Cushing Syndrom beim Pferd

Beim Cushing Syndrom handelt es sich im weitesten Sinne um eine Wohlstandskrankheit. Die ursprüngliche Benennung der Erkrankung mit der Begriff ECS (Equine Cushing Syndrom) lässt sich auf die Ähnlichkeit der Krankheit bei Hund und Mensch zurückführen. Heute wird die Erkrankung auch „Pituitary pars intermedia dyfunction (PPID)“ oder Hypophysenaddenom genannt. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf die Lokalisation der Krankheit.

1998 fanden Forscher heraus, dass in der Mehrheit der Fälle PPID durch einen dramatischen Anstieg der Hormonproduktion in den Zellen der Hirnanhangdrüse ausgelöst wird. Beim Cushing- Syndrom ist der körpereigenen Cortisol- Haushalt des Pferdes gestört. Die erhöhte Hormonproduktion führt dann zur sogenannten Hyperplasie, einer Vergrösserung des Organes, was wiederum dazu führen kann, dass sich eine gutartige Geschwulst, ein Adenom, bildet. Der erhöhte Kortisolspiegel hat stoffwechseltechnische Konsequenzen, die sich schleichend entwickeln und das äussere Erscheinungsbild der Equiden verändern. Am meisten betroffen von Cushing Syndrom sind Pferde und Ponys im Alter zwischen 18 bis 23 Jahren.

Ursachen

Beim Cushin Syndrom handelt es sich um eine Hormonerkrankung. Die Hirnanhangdrüse schüttet durch eine Fehlfunktion zu viel ACTH aus. Dadurch produziert die Nebenniere zu viel Kortisol. Die Ursachen für das Cushing Syndrom sind weitgehende ungeklärt. Ein Faktor wird jedoch die Wohlstandsfütterung in den jungen Jahren sein. Ein weiterer Faktor scheint die Gabe von Kortison über einen längeren Zeitraum zu sein.

Symptome

 55-80 Prozent der erkrankten Pferde und Ponys leiden an überlangem, gelocktem und dickem Haarkleid mit fehlendem Haarwechsel. Die meisten betroffenen Equiden werfen ihr Winterfell nicht komplett ab. Man vermutet, dass weibliche Tiere öfter vom langen Haarkleid betroffen sind. Jedoch gibt es zu dieser Vermutung noch keine nachweislichen Studien. Ebenfalls trinken die betroffenen Tiere mehr Wasser als gewohnt und haben einen vermehrten Harnabsatz. Weitere Symptome sind Muskelatrophie und Gewichtsverlust. Die erkrankten Pferde zeigen typischerweise einen Senkrücken und wenig Muskulatur. Ebenfalls können die an PPID erkrankten Pferde Fettdepots an Hals, Schweifansatz und über den Augen ansetzten. Auch eine ungewöhnliche Zahnentwicklung zählt zu den Symptomen von Cushing. Pferde welche an ECS erkrankt sind, zeigen ein erhöhtes Risiko an Infektionskrankheiten und chronischer Hufrehe zu erkranken. Grund für die erhöhte Hufrehegefahr ist die Problematik der Insulinresistenz. Auch sind die betroffenen Vierbeiner weniger Leistungsbereit und meist unfruchtbar. All die erwähnten Symptome sind lediglich möglich, müssen jedoch nicht auftreten.

Behandlung

Cushing ist beim Pferd behandelbar, sofern keine Organschäden entstanden sind. Durch das Medikament Pergolid kann man die Symptome sozusagen vollständig zu verschwinden bringen. Es handelt sich dabei jedoch um eine lebenslange Medikamentengabe.

Wichtig: Cushing kann behandelt werden, jedoch nicht geheilt!

Fütterung

 Für erkrankte Pferde ist wichtig, dass ihnen Wasser ad libitum zu Verfügung steht. Den an Cushing leidenden Pferden sollte Heu zur freien Verfügung stehen (mindestens 1.5 Kilogramm pro 100kg Körpergewicht) und die Fütterung sollte in vielen kleinen Mengen stattfinden. Vorbeugung kann den Erkrankten ein Aminosäurenpräparat verabreicht werden, welches vorbeugend gegen den Muskelabbau hilft. Am besten wird der Tierarzt herbeigezogen und mit ihm über einen idealen Fütterungsplan gesprochen.

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