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CSIO St.Gallen - ein Karrieresprungbrett?

Es ist wieder soweit. Der CSIO St.Gallen, ein Event der Extraklasse und ein Highlight der Reiterszene beginnt aufs Neue. Jedes Jahr gibt reitsport.ch einigen Reitern die Chance an der Goodwill Trophy teilzunehmen. Letztes Jahr war eine davon Melanie Mändli.

Sie startete mit ihrem Pferd Best Boy, welcher mittlerweile verkauft wurde und unter Henrik von Eckermann internationale Turnierluft schnuppert. Zuletzt war er am CSIO 5* in Rom im Zwei-Phasen Springen über 1,50m doppel Null und damit unter den Klassierten.

Ihr wollt mehr über die Anfänge von Best Boy erfahren? Wie Melanie ihn auf seine Aufgaben vorbereitet und welche Rolle der Start am CSIO St. Gallen gespielt hat? Wir haben Melanie für euch exklusiv interviewt. Wenn auch ihr live am CSIO dabei sein wollt, könnt ihr euch hier auf facebook zum Event anmelden

Melanie Mändli auf Best Boy Bild @Katja Stuppia

Seit wann reitest Du? Wann/wie war dein erstes Turnier (bzw. wie alt warst du, als du das erste mal an einem Turnier teilgenommen hast?

Durch meine Familie bin ich sozusagen hineingeboren in die Reiterei. Im Bauch meiner Mutter war ich schon auf dem Pferd, woran ich mich natürlich nicht erinnern kann. Bereits mit 3 Jahren habe ich das Stallpony im damaligen Hof gehegt, gepflegt und geritten. Kurz darauf erhielt ich mein erstes eigenes Pony, Top Starlet. Mit zarten 6 Jahren ritt ich meine erste Springkonkurrenz. Danach gab es kein Halten mehr.

 

Was war bisher der Höhepunkt deiner Reiter Karriere?

Es gab sehr viele schöne Momente in meiner Reiter Karriere. Sicher ist das Jahr 2006 hervorzuheben. Dort konnte ich in Wiener Neustadt mit dem Team den Nationenpreis am Freitag gewinnen und am Sonntag direkt noch den Grossen Preis gewinnen. Dies war dann wohl auch mein Ticket für die Europameisterschaften der Jungen Reiter in Athen. Auch dort konnten wir im Team Gold gewinnen und im Einzel erreichte ich mit meinem Pferd Grandur den hervorragenden 6. Rang. Seit einigen Jahren bin ich selbständig. Ohne Sponsor ist es schwierig im Sport mitzuhalten, aber ich mache das Beste aus den Pferden, die ich zur Verfügung habe. Machen die Pferde einen guten Job, sind sie dann auch oft schnell verkauft und ich suche wieder neue Pferde zum Aufbauen, die eigene sportliche Karriere wird dadurch natürlich vernachlässigt, aber so ist der Job. Der grösste Erfolg in meiner Selbständigkeit war Anfang dieses Jahres als ich mit Best Boy den GP in Offenburg gewinnen konnte.

 

Wie hast du dich gefühlt als du beim CSIO St.Gallen geritten bist?

St. Gallen ist sicherlich eines der schönsten Turniere in der Schweiz und es ist ein tolles Gefühl in dieses Stadion einzureiten. Ich war voller Adrenalin und war sehr dankbar, dass ich das letzte Jahr mitreiten durfte.

 

Dein Pferd war “Best Boy”, was macht ihn so besonders?

Best Boy ist sicherlich eines der besten Pferde, das ich die letzten Jahre geritten habe, es war erst unser zweites gemeinsames Turnier und eigentlich Zufall, dass ich ihn dort geritten habe, er hat ein anderes Pferd ersetzt, dass sich verletzt hat. Er ist vorsichtig, hat Vermögen und eine phänomenale Qualität in sich. Wir haben uns von Anfang an gut verstanden und konnten schnell viele gute Resultate erzielen.

Bild @Katja Stuppia

Wie lief das Training mit ihm ab? Wie hast du ihn aufgebaut?


Grundsätzlich trainiere ich alle Pferde ähnlich. Viel Abwechslung, viel Bewegung, einen guten Ausgleich finden, um dem Pferd eine gute Kondition und Kraft anzutrainieren ohne das ihm dabei die Lust vergeht. Meine Pferde kommen täglich zwei bis dreimal raus, wann immer möglich auf die Weide, das ist mir sehr wichtig. Die dressurmässige Arbeit muss sitzen, grundsätzlich ist Springen nichts anderes als Dressur mit Hindernissen im Weg, «Gas» und «Bremse» muss salopp gesagt funktionieren. Für St. Gallen bin ich zu meinem Onkel Beat ins Training gefahren. Es gibt mir einen zusätzlichen Push und eine grosse mentale Sicherheit, wenn ich vor einem wichtigen Turnier zu ihm ins Training kann.

 


“Best Boy” war auch nach dem Turnier noch sehr erfolgreich und wurde kürzlich verkauft. Wo ist er jetzt und wie siehst du seine Zukunft?


Ja, Best Boy’s Besitzer haben sich entschlossen, das Pferd in meinen Vollberitt zu geben, da wir alle gesehen habe, dass er mehr kann als nur 125 Springen und es vom Alter her der richtige Zeitpunkt war, noch ein paar schwerere Springen zu reiten und ihn dann zu verkaufen. In kürzester Zeit ging er dann auch schon sein erstes 140 Springen in Ascona, konnte sich auch da auf Anhieb klassieren. Nach der langen Winterpause war dann in Offenburg ein hocherfolgreiches Turnier für uns wie bereits erwähnt. Nach dem zweiten Turnier im 2019 in Hildisrieden kam dann die Anfrage durch meine beste Freundin Janika Sprunger, ob ihr Partner Henrik von Eckermann, der für Schweden reitet, ihn mal probieren kann. Dann ging alles sehr schnell und Best Boy verliess meinen Stall. Das Paar hat vor kurzem ihr erstes 5* Turnier in Windsor bestritten. Dieses Wochenende sind die beiden in Rom am CSIO***** unterwegs. Ich bin unheimlich stolz auf seine Entwicklung und wünsche beiden eine erfolgreiche Zukunft.

 


Ist der CSIO St.Gallen (deiner Meinung nach) ein Karriere-Sprungbrett für Reiter?


Das ist natürlich eine schwierige Frage. Es gehört soviel dazu, als Reiter den Sprung zu schaffen. Aber es motiviert natürlich auf so einem Platz und im Umfeld dieser Reiter nochmals mehr so ein Ziel zu erreichen.

 

Was würdest du den diesjährigen Reitern am CSIO St.Gallen raten?


Gebt euer Bestes, lasst euch nicht einschüchtern und geniesst den Moment.

 

 

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