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Constanze Röhm – DIE Pferdefutterexpertin demnächst in Langenthal!

Am 21. April 2018 findet der Futterevent mit Constanze Röhm bei reisport.ch statt.
Natürlich werde auch ich mir diese ausserordentliche Gelegenheit nicht entgehen lassen!
Constanze Röhm führt die grösste unabhängige wissenschaftliche Beratung für Pferdeernährungs- und Gesundheitsfragen in Deutschland.
Für alle diejenigen, die sie nicht schon von einer individuellen Beratung, Vorträgen oder Webinaren kennen, möchte ich sie hier gerne kurz vorstellen, inkl. ein paar Fragen als Abschluss.
Mein eigener „Erstkontakt“ hatte ich im 2015, als ich an ihrem Webinar „Altes Pferd – und nun?“ teilnahm. Schnell merkte ich, diese Frau besitz nicht nur ein enormes Wissen, nein sie kann auch noch die trockene Materie von Bedarfswerten und Berechnungen so „vermitteln“, dass ein Laie nicht gerade unter den trockenen Tabellen begraben wird, sondern die nötige Prise Humor nie zu kurz kommt. Das merkt man auch gleich beim Durchblättern des Buches „Purzel speckt ab“, welches ich für meine Stute Gipsy gekauft habe. Leider bin ich noch nicht zum Lesen gekommen, aber dies schaffe ich bestimmt bis zu ihrem Besuch bei reitsport.ch noch. ;-)

Das Buch von Constanze Röhm

Bemerkenswert ist ihr Einsatz den Pferden helfen zu wollen, denn obwohl Pferdebesitzer in der Regel drei bis neun Monate auf einen Termin warten müssen, merkt man dennoch, dass sie trotz des grossen Erfolges immer noch mit ganzem Herzblut „bei der Sache“ ist.
Ich bewundere vor allem ihre Geduld, denn nach nur einem Jahr Arbeit als Tierheilpraktikerin, weiss ich, wie deprimierend es sein kann, wenn man viel Arbeit und Liebe in einen Therapieplan steckt, bei welchem man komplett von der Umsetzung des Tierhalters abhängig ist. Gemeinsam verbindet uns ausserdem, die ganzheitliche Sicht- und Arbeitsweise.

Als Expertin und Autorin berät und schreibt sie für namenhafte Fachzeitschriften zu Fragen der Ernährungs- und Trainingslehre. Sie gilt als Spezialistin für Gastrointestinale Erkrankungen und widmet sich intensiv der Erforschung der Darmflora und des Fressverhaltens der Pferde.
Zudem unterstützte die bekannte Pferdeernährungswissenschaftlerin, die Pierre C. Frey AG bei der Weiterentwicklung der HORSE DYNAMIC – Linie

In ihrem Büro im rheinland-pfälzischen Boos wertet Constanze Röhm die gewonnen Informationen (von ihren Vorort-Terminen bei den Pferden) aus und entwickelt einen individuellen Futterplan für das jeweilige Pferd. Dabei wird die Kiloangabe für den Heubedarf festgelegt und es wird geprüft, ob der Hafer ganz weggelassen werden kann, oder ob das Tier mit einer Kräutermischung unterstützt werden kann, um ihm die Gewichtszu- oder Abnahme zu erleichtern. Die Besitzer müssen dabei jedoch auch einsehen, dass diese ein langwieriger Prozess darstellt, denn nach der Umstellung der Fütterung (bzw. und der Haltung), kann es dann noch ein bis drei Monate dauern, bis das Pferd wieder in einem guten Ernährungszustand ist.

Privat legt sie übrigens viel Wert auf Nachhaltigkeit. Ihre Pferde rücken beispielsweise das Holz und ein Grossteil ihres Gemüses baut sie ebenfalls gleich selber an. Naheliegenderweise achtet sie natürlich auch selbst auf eine gesunde Ernährung.

Und jetzt noch zu den versprochenen Fragen… 

5 Fragen an die Futterexpertin:

1. Was ist die häufigste Frage, welche zur Pferdefütterung gestellt wird?
Es ist nicht unbedingt eine Frage. Aber der häufigste Satz den ich höre beginnt mit den Worten „Mein Pferd hat….“ Allerdings kommen auch häufig Fragen aus denen hervor geht, dass man einfache Problemlöser sucht, also einen Knopf den man drückt oder ein Pulver das man füttert, um dieses oder jenes Problem abzustellen. Aber so funktioniert das in der Regel nicht. Man muss immer das grosse Ganze betrachten und nicht nur auf einen Aspekt fokussieren. So ein Pferd ist ein komplexes Lebewesen.

2. Gehört Öl in einen Pferdestoffwechsel (hört man ja verschiedene Meinungen) und falls ja, was gibt es dabei zu bedenken?
Nunja, das Pferd nimmt Öl aus beinahe allen Futterquellen von Natur aus auf. Heu, Gras, Getreide…sie alle haben einen gewissen Ölanteil. Pferde können Öle sehr wohl bis zu einer gewissen Menge problemlos verstoffwechseln. Diese Öle werden emulgiert und resorbiert. Und da ist es auch egal in welcher Form sie dem Körper zu gehen. Ob im Raufutter, im Getreide, als Ölsaat oder als kalt gepresstes Öl. Die Frage ist natürlich, ob ein Pferd noch extra Öl benötigt oder nicht. In kleinen Mengen ist das völlig irrelevant. Der „Schluck Öl“ über das Futter macht höchstens ein glänzendes Fell, aber ich würde mir nicht die Arbeit machen, 20ml zu bilanzieren. Wenn ich allerdings das Öl als Energieträger benötige, weil der Nährstoffgehalt der Raufutter- und Kraftfutterration nicht ausreicht, muss ich genauer hinschauen, denn es gibt natürlich Obergrenzen in der Verdauungsfähigkeit und ab einem gewissen Punkt benötige ich zum Öl direkt noch Antioxidantien.

3. Was ist Ihrer Meinung nach der schlimmste Mythos, welcher in der Pferdewelt fälschlicherweise über die Fütterung verbreitet wird?
Eines der grössten Probleme ist und war sicherlich die Faustformel: 1,5kg Heu / 100kg Körpermasse die hartnäckig in den Köpfen der Pferdebesitzer hängt. Das wurde irgendwann in 1,7-2kg Heu / 100kg Körpermasse aufgestockt. Allerdings bin ich auch damit nicht glücklich, denn wir müssen endlich mal anfangen die Pferde zu fragen wieviel Raufutter sie wirklich essen wollen. Denn fressen ist ein Urbedürfnis des Pferdes. Im Tierschutzgesetz steht, dass ein Pferd seiner Art und seines Bedürfnisses gehalten und gefüttert werden muss. Wer sind wir, dass wir das Bedürfnis eines Dauerfressers zu fressen einer Faustformel opfern dürfen? Glücklich sein und Gesundheit stehen in direkter Verbindung. Ein hungriges Pferd ist niemals glücklich. Natürlich ist das andere Extrem, der ad libitum Heufütterung meistens auch nicht sinnvoll, denn viele Pferde werden mit unbegrenztem Heu einfach zu fett. Daher empfehle ich immer die Faustformel: ad libitum Raufutter. Und die Raufutterration hat viele Gesichter und kann dann eine Mischration aus verschiedenen Raufutterarten sein, die entsprechend der Physiologie des Pferdes und des Nährstoffbedarfes zusammengestellt wird.

4. Was ist schwieriger in den Griff zu bekommen: Übergewicht oder Untergewicht? Kann man das überhaupt pauschalisieren?
Das kommt darauf an warum ein Pferd Untergewichtig oder Übergewichtig ist. Ich finde beides berufsbedingt relativ einfach im Management. Aber bei beidem gilt: Langsamer ist besser. Egal in welche Richtung man geht. Ein Pferd herunter zu hungern verbietet sich genauso, wie ein dünnes Pferd im Eiltempo zu mästen.

5. Viele Pferde bekommen aufgrund von Atemwegserkrankungen oder Allergien, ihr Heu „ausgewaschen“. Was raten Sie bezüglich der Mineralisierung, wenn beispielsweise „nur“ Hafer zugefüttert wird.
Egal ob gewaschen oder nicht, man muss vorher erst einmal die gesamte Ration bilanzieren. Dazu muss man wissen, was im Heu enthalten ist. Zusammen mit der Analyse und der Rationszusammenstellung kann man entscheiden, welches Mineralfutter das richtige ist. Wäscht man das Heu aus, gehen Nährstoffe verloren. Allerdings weniger die Mengen- und Spurenelemente als die Kohlenhydrate. Allerdings sollte man den Verderb nicht unterschätzen. Neue Studien zeigen dass gewaschenes Heu bereits nach 2 Stunden beginnt zu verderben. Man muss also überlegen ob man wirklich wäscht oder kleinere Mengen kalt bedampft und dann öfter zur Verfügung stellt.

Ihr habt noch weitere Fragen an die Expertin? Dann sendet diese bis zum 09.04.2018 an info@reitsport.ch und seid live an unserem Futterevent am 21.04.2018 dabei, wenn Constanze diese beantwortet.

TICKETS ZUM EVEN KANNST DU HIER KAUFEN -> ZU DEN TICEKTS

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