Charaktereigenschaften verstehen- der Schlüssel zu einer harmonischen Beziehung

In einer menschlichen Partnerschaft haben beide Partner das Mitspracherecht. Beide haben sich für einander entschieden und haben die Möglichkeit sich wieder voneinander zu trennen. Beim Pferdekauf entscheidet nur einer und das sind wir Menschen. Das Pferd hat kein Mitspracherecht und kann sich auch später nicht von uns trennen, wenn die Mensch- Pferd- Beziehung in seinen Augen nicht harmoniert.

Im Allgemeinen setzt sich der Charakter aus dem ursprünglichen, angeborenen Temperament und dem, was Mensch oder Pferd im Laufe des Lebens erfahren hat, zusammen. In einer Pferd- Mensch- Beziehung liegt es an uns, das Temperament und das Talent unseres Pferdes zu fördern. Jedes Pferd ist, so wie jeder Mensch auch, einzigartig und unersetzbar. Und trotzdem lassen sie sich grob in Kategorien unterteilen. Die Idee, verschiedene Charaktertypen zu bestimmen, ist nicht neu sondern schon ziemlich alt. Bereits der griechische Arzt Hippokrates entwickelte in der Antike eine Temperamentenlehre, welche verschiedene moderne Persönlichkeitspsychologen im 19. und 20. Jahrhundert beeinflusst hat.

Gleich wie eine menschliche Beziehung, ist die Beziehung zwischen Pferd und Mensch wechselseitig. Beide Parteien wirken gegenseitig aufeinander ein. Wir selbst machen uns selten darüber Gedanken, ob wir mit all unseren positiven und negativen Eigenschaften zu unserem Pferd passen. Aber für eine harmonische und verständnisvolle Partnerschaft müssen auch wir unseren Charakter analysieren und uns in bestimmten Verhaltensweisen an unsere Pferde anpassen. Grundsätzlich gilt, dass sich die Charaktere im Idealfall ergänzen. Auch wichtig zu wissen ist, dass je reifer der Mensch/ Reiter und je ausgebildeter und erzogener das Pferd, desto unproblematischer leben die Temperamenten- Mixturen miteinander. Umgekehrt gilt jedoch auch, je unreifer und unerfahrener der Mensch/ Reiter und je unerzogener das Pferd, desto katastrophaler und gefährlich kann die Begegnung der beiden Parteien ausfallen.

Introvertierter Charakter:

Überfordert sie eine Aufgabe oder fühlen sie sich unwohl, ziehen sie sich in sich zurück. Die introvertierten Pferde rühren sich in dem Moment oft nicht mehr und kehren den Blick nach innen. Von Reiterinnen und Reitern werden diese Tiere oft als „sture Böcke“ hingestellt, die keine Lust auf die gestellte Aufgabe haben. Hat sich der Mensch in diesem Augenblick nicht unter Kontrolle und reagiert zu emotional, fordert er das Pferd mit zu viel Druck weiterhin dazu auf die Übung auszuführen, anstatt einen Schritt zurück zu treten und nach einer Lösung für das Problem zu suchen.

Extrovertierter Charakter:

Die extrovertierten Pferde sind in ihrer Gefühlsäusserung viel eindeutiger als die introvertierten. Menschen die im Besitz eines tendenziell extrovertierten Pferdes sind, müssen im Umgang mit Pferden sicher sein und das ihrem Gegenüber auch vermitteln können. Im Umgang mit dem Sanguiniker müssen die Betreuer dem Pferd klare Grenzen und Linien aufzeigen, damit sie ernst genommen werden. Beim Arbeiten mit dem Choleriker sind geduldige Personen gefragt, welche dem Pferd Schritt für Schritt die Angst von diversen Dingen nehmen können und ihm damit ein gutes Gefühl vermitteln.

Wichtig ist, dass wir die Reaktionen unsere Pferde ernst, jedoch nicht persönlich nehmen. Es liegt in unserer Macht, dass die Beziehung zwischen unseren Pferden und uns harmoniert und die Zusammenarbeit funktioniert. Die Charaktereigenschaften unserer Vierbeiner zu kennen, ist der Schlüssel zur besseren Kommunikation. Je beherrschter und aufmerksamer wir im Umgang mit Pferden sind, mit desto mehr Pferdetypen werden wir problemlos klarkommen.

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