CH Sportpferd - Landwell CH ist die Nummer 1 vom NPZ Voltige Team!

Corina Gerhäuser, Leiterin des NPZ, hat ein geübtes Auge, was Pferde angeht. Sie ist diejenige, die gemeinsam mit dem Bereiter Ernst Beer für die Schweizer Armee Pferde selektioniert - und sie war es auch, die das Voltigierpferd vom Voltigeteam NPZ1 entdeckte: den 12-jährigen Landwell des Hautes Montagnes CH. Die ehemalige Voltige-Sportlerin weiss aus eigener Erfahrung, welche Anforderungen ein Voltigierpferd erfüllen muss. “Es war nicht Liebe auf den ersten Blick”, sagt sie, als sie von Landwell erzählt: “Ich habe ihn mir dann einfach mit etwas weniger Pelz und etwas mehr Muskulatur vorgestellt.“

reitsport.ch: Corina Gerhäuser, welche Eigenschaften zeichnen ein Voltigierpferd aus?
Corina Gerhäuser: Es muss verlässlich sein - das ist das Allerwichtigste. Das Interieur, respektive der Charakter ist wichtig. Das Voltigepferd muss einen ruhigen, ausgeglichenen Charakter haben. Auch vom Exterieur, also vom Körperbau her, muss es einige Kriterien erfüllen. Gerade wenn man Übungen zu Dritt auf dem Pferd macht, brauchen die Athleten Platz. Und da ist es wichtig, dass die Pferde lange genug sind - man sagt eine Rippe zu viel haben. Voltigepferde brauchen auch eine gewisse Grösse, sie brauchen einen kräftigen Rücken, eine regelässige, gute Galoppade und ganz wichtig ist auch, dass diese Pferde selber im Gleichgewicht sind. Das Pferd sucht ja immer den Schwerpunkt unter dem Reiter oder unter dem Voltigierer. Gerade beim Voltigieren ist das sehr dynamisch und deshalb ist es sehr wichtig, dass das Pferd gut im Gleichgewicht ist.

Wie hast Du Landwell, das Voltigierpferd für NPZ 1, gefunden?
Ich war an diesem Tag nicht auf der Suche nach einem Voltigierpferd, sondern suchte junge Pferde für die Armee. Trotzdem fiel er mir auf, weil ich ein offenes Auge für ein Pferd für das NPZ1 Voltige-Team hatte. Ich war vorher auch schon auf der Suche nach einem geeigneten Pferd und hatte auch schon einige angeschaut. Aber Landwell interessierte mich sehr.
Er war damals in einer Herde auf der Weide und hatte einen langen Pelz. Das NPZ Bern kauft vorwiegend CH Pferde - was die Suche nach einem geeigneten Voltigepferd gewissermassen auch etwas einschränkt.
Ich fragte, ob ich diesen Wallach etwas näher begutachten kann - und Landwell gefiel mir. Ich stellte mir vor, wie er mit etwas mehr Muskulatur und weniger Pelz aussehen würde.

Wie wurde Landwell dann aufgebaut und zum Voltigierpferd trainiert?
Landwell wurde bereits geritten und war im Springsport aktiv - er hat ja auch schon ein gewisses Alter mit seinen 12 Jahren. Dann haben wir Schritt für Schritt mit Voltigieren begonnen. Das ist etwas, das man langsam angehen muss, damit das Pferd positive Erlebnisse damit verbindet. Er wird jetzt regelmässig dressurmässig geritten, er geht ins Gelände, er hat Abwechslung. Das ist sehr wichtig für den Körper aber auch für die Psyche des Pferdes. Da achten wir sehr darauf - es geht ja nicht, ein Pferd 7 Tage in der Woche zu longieren und darauf zu voltigieren. Das wäre zu einseitig. Und weil Landwell eben die Abwechslung hat, ist er so motiviert bei der Arbeit. Ein Pferd das sich so anbietet und gute Voraussetzungen mitbringt, ist natürlich auch gefährdet, dass es zu früh zu viel machen muss. Es dauert bis zu zwei Jahre, bis ein Pferd seriös aufgebaut ist, um mit einer Turniermannschaft eine Kür auf diesem Niveau laufen zu können.

Welches ist das ideale Alter für ein Voltigierpferd?
Pferde sind mit 8 - 10 Jahren körperlich auf der Höhe und im besten Alter. Aber das Mentale und die Erfahrung sind sehr wichtig - auch im Voltige-Sport spielt das eine sehr grosse Rolle. Wie bei uns Menschen ist es auch bei Pferden so, dass sie körperlich irgendwann mal abgeben, aber sie haben die Erfahrung und eine gewisse Ruhe - und das ist es, was ein etwas älteres Pferd, wie Landwell, auszeichnet.

Bis zu welchem Alter kann ein Voltigierpferd im Sport bleiben?
Landwell wird gut aufgebaut und dosiert eingesetzt. Wenn alles gut läuft, kann er das noch viele Jahre machen. Man kann natürlich aber auch immer Pech haben: ein Pferd kann sich verletzen. Aber wir gehen davon aus, dass wir Landwell aufbauen und mit dem NPZ1 einsetzen können - hoffentlich dann auch an internationalen Prüfungen.

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