Botulismus- Die Gefahr lauert im Futter

Clostridum Botulinum Bakterien sind im Boden und Wasser
vorhanden und wachsen anaerob, das heisst unter Ausschluss von Sauerstoff. In
freier Natur gibt es solche Bedingungen kaum, daher wird das Nervengift, obwohl das Bakterium überall vorkommt, nur selten produziert. In Tierkadaver, stehendem
Gewässer oder verfaulten Pflanzen herrscht jedoch genau das Milieu, welches C. Botulinum Bakterien mögen. Viele dieser
Bakterienstämme wirken auf das Nervensystem und blockieren die
Reizweiterleitung vom Nerv auf den Muskel. Botulismus führt zu einer schlaffen
Lähmung und schliesslich zum Tod durch Atemlähmung. Botulismustoxine zählen zu den giftigsten biologischen Substanzen. Bereits kleine Mengen können zum
Verenden des Pferdes führen. Bei Pferden ist die Erkrankung in Europa eher
selten. Kommt es jedoch zur Aufnahme, sind Pferde wie Rinder ebenfalls sehr
empfindlich. Die Letalität erkrankter Equiden liegt bei etwa 90%. Die vergifteten
Tiere sterben innerhalb eines Tages oder auch Wochen an Botulismus.

Nimmt das Pferd Toxinbelastetes Futtermittel auf, gelangt
das Gift über den Darm in den Blutkreislauf. Die ersten Symptome sind ein bis
vier Tage nach der Toxinaufnahme zu erwarten. Als erstes fallen einem bei
betroffenen Tieren eine reduzierte Futteraufnahme, Bewegungsunlust und teils leichte Koliken bei starkem Schwitzen auf.

Eine Therapie mit Antitoxinseren ist im Normalfall nur in
den Anfangsstadien erfolgsversprechend. Es kann jedoch von Seiten des
Tierhalters einiges vorbeugend zur Vermeidung einer Botulismusvergiftung getan
werden. Im Allgemeinen sollte nur qualitativ hochwertige Silage und auch Heu
verfüttert werden. Eine regelmässige Kontrolle der Futtermittel auf Tierkadaver
ist anzuraten. Die stärkste Giftkonzentration ist am Herd des Kadavers zu erwarten, jedoch können auch Giftmengen weiter entfernt noch zu einer Botulimusvergiftung führen.

Ebenfalls wäre eine Impfung zur Prophylaxe möglich. Zur Grundimmunisierung
mit Toxoid- Impfstoffen sind zwei Injektionen im Abstand von 21 Tagen notwendig.
Eine jährliche Nachimpfung zur Aufrechterhaltung der Immunität wird empfohlen.

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