Baden mit Pferden: Ab ins kühle Nass

Im ersten Blog- Teil habt ihr viel zu den physiologischen und psychologischen Eigenschaften zum Thema baden / schwimmen mit Pferden erfahren. Nun geht’s aber…

..ab ins kühle Nass
Der Sattel und das Zaumzeug eignen sich nicht zum Schwimmen. Am besten nimmt man ein gut sitzendes Halfter und befestigt daran zwei alte Zügel oder zwei Stricke (falls man auf dem Pferd sitzen bleiben möchte, was wohl auf das Geschick des Reiters ankommt). Denn man muss bedenken, dass das Reiten ohne Sattel, auf einem nassen und rutschigen Pferderücken, eine gewisse Übung & Begabung braucht. Deshalb gehe ich auch meistens unberitten Plantschen und übe alle Wasseraktivitäten brav neben dem Pferd aus. Dabei muss man aber auch auf genügend Sicherheitsabstand achten, damit die Pferdebeine frei strampeln, scharren oder was auch immer können. Dies ermöglicht ein langer Strick.
Gamaschen, Bandagen, Springglocken oder ähnlicher Beinschutz sollte zu Hause gelassen werden, denn diese könnten sich unter Wasser miteinander verhaken. Special zieht diese auch gerne mal selbstständig beim Plantschen aus, was ich natürlich nur bedingt witzig finde, wenn die nicht ganz günstige Eskadron-Gamasche wegschwimmt. Aber wie ihr auf den Bildern sehen könnt, haben wir auch diese Lektion gelernt. ;-)

Ausrüstung die zum Baden mit Pferden benötigt wird:
- Anhänger & entsprechendes Zugfahrzeug (falls kein See / tiefes Gewässer in der Nähe)
- Immer 1 Person mehr als Pferde
- (Knoten-) Halfter & langer Strick
- Transportgamaschen
- eventuell eine Fliegendecke für die Heimfahrt (als kleiner Schutz vor Zugluft)
- Foto- und Filmkamera um die Erinnerungen bildlich festzuhalten.
- eigene Badesachen
- bei empfindlichen Reiterfüsse (wie ich sie habe :P) eignen sich zudem Badeschuhe, damit man nicht von bösen Seemuscheln oder scharfen Steinen geschnitten wird.
- Es ist vorteilhaft immer eine Person mehr als Pferde dabei zu haben (als zusätzlichen Helfer)

Ein gelungener Badespass kann mit viel Ruhe und Geduld zu einem echten Erlebnis werden und ist nebenbei noch eine hervorragende Art und Weise Muskeln, Gelenke und das Herz-Kreislaufsystem des Pferdes zu trainieren.

Schwimmen als Therapie & Training
Doch schwimmen macht nicht nur Spass, es ist auch gesund und kann fürs Pferdetraining bzw. als Therapie eingesetzt werden. Denn das Training im Wasser (Aquatherapie / Hydrotherapie) eignet sich hervorragend zur Stärkung des gesamten Körpers. Das wussten sogar schon die alten Römer, welche die Vorteile des Wassertrainings mit Hilfe spezieller Pferdeschwemmen nutzten, um ihre Pferde für den Einsatz im Krieg kräftig und fit zu halten.

Heutzutage wird die Hydrotherapie vor allem zu Reha-Zwecken nach Operationen und bei Verletzungen oder Erkrankungen der Gliedmassen eingesetzt. Meist müssen Pferde in solchen Fällen viele Wochen lang in der Box stehen, bevor sie mit Hilfe von Führtraining wieder langsam aufgebaut werden können. Schwimmtraining und die Arbeit mit einem Aquatrainer (einem mit Wasser gefluteten Laufband, wie wir es schon im BEN- Blog kennengelernt haben) hilft in solchen Fällen, die Pferde schnell und dennoch schonend wieder aufzubauen.


Dieses Training im Wasser hat einige Vorteile, von welchem der Wichtigste ist, dass durch den im Wasser herrschenden Auftrieb die Belastung von Sehnen und Gelenken gemildert wird, der restliche Körper jedoch aufgrund des Widerstandes auf Hochtouren arbeiten kann. So wird nicht nur die Durchblutung gefördert, auch das Herz- und Kreislaufsystem, sowie die Lunge werden maximal trainiert. Auf diese Weise kann die Aufbauphase stark unterstützt werden.
Aber auch bei Atemwegserkrankungen hat sich das Schwimmtraining bisher bewährt, da die Lunge beim Schwimmen eine viel höhere Sauerstoffaufnahme erhält (als bei einer normalen Anstrengung), weshalb es keinen Leistungsabfall geben sollte. 

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