Aufzucht von Jungpferden im Winter

Es ist ein langer und spannender Weg vom Fohlen bis zum ausgewachsenen Pferd. Dr. med. vet. Cecile Werren beschreibt, welche Vorschriften und pferdegerechten Massnahmen bei der Fohlenaufzucht in der Schweiz gelten und was für das Wohl der heranwachsenden Pferde - besonders im Winter - von Bedeutung ist. Die Grundlage für einen guten Start ist wichtig und prägend für ein Pferdeleben. Herzlichen Dank an die Tierärztin für den spannenden Text.

Die Aufzucht der Jungpferde ist eine entscheidende Etappe im Leben eines Pferdes. Einerseits soll sie ein gesundes Wachstum und eine gute Entwicklung gewährleisten und andererseits sollen sie das Sozialverhalten unter sich und mit den Menschen erlernen.

Jungpferde - also abgesetzte Fohlen bis zu einem Alter von 30 Monaten (oder bis zu ihrer regelmässigen Nutzung) müssen in der Schweiz in Gruppen gehalten werden. Diese Gruppen können aus verschiedenen Equiden (Pferde, Ponies, Esel, Maultiere, Maulesel) bestehen und sie können auch unterschiedlichen Alters sein. In den Gruppen ist zu gewährleisten, dass alle Tiere genügend Futter und Wasser bekommen. Gerade in gemischten Gruppen kann es sein, dass man einzelne Tiere zu füttern muss. Dabei sind Fresstände und das individuelle Anbringen von Fresssäcken oder automatischen Fütterungsanlage sehr hilfreich.

Auch im Winter müssen sich die Fohlen draussen mindestens 2 Stunden frei bewegen können. Im optimalen Fall gibt es dafür pferdegerecht eingezäunte Weiden und einen Festplatz. Der Festplatz ermöglicht den Auslauf auch bei schlechten Bodenbedingungen, ist optimalerweise rutschfest und gut zu reinigen. Da im Winter die Zeit die sie im Stall verbringen oft etwas länger ist als im Sommer, ist es wichtig, dass sie trockene, saubere Einstreu haben und genügend, qualitativ gutes Raufutter (Heu, Stroh, ...) zur Beschäftigung. Mit genügend frischer Luft ergibt sich so ein gutes Stallklima.

Alle Pferde sind täglich auf Ihren Gesundheitszustand und ihr Wohlbefinden zu kontrollieren, um Verletzungen und Erkrankungen möglichst schnell zu erkennen und die nötigen Massnahmen zu ergreifen.

Fohlen werden ans Halfter gewöhnt, ans Hufe aufhalten und an die ersten Schritte im Umgang mit dem Menschen, wenn dies nicht schon an der Seite der Mutterstute erlernt wurde – denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr ...Die Hufe müssen regelmässig ausgeschnitten werden, für ein ausbalanciertes Wachstum und zur Vorbeugung und Korrektur von Stellungsfehler. Im Winter sollten die Fohlen mit einem Kombipräparat gegen Band- und Rundwürmer, sowie Magendasseln entwurmt werden und die Grundimmunisierung gegen Tetanus und Influenza bei den Kleinsten gestartet werden und bei den Grösseren die Impfung wiederholt werden. Natürlich sind alle gechipped und im agate.ch eingetragen, ansonsten sollte dies noch nachgeholt werden.

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