Auf Reisen mit Pferd

Das Reisen ist eines der vielen Dinge im Leben, die mich immer mega aus dem Konzept bringen. An sich finde ich das Bereisen von fremden Orten eine tolle Sache, nur musste ich feststellen, dass wenn es wirklich drauf ankommt, bei meiner Planung entweder alles lächerlich gut aufgeht oder ganz schrecklich schiefläuft. Natürlich ist es der letztere Fall, der deutlich überwiegt.

Verreise ich dann auch noch mit Pferd macht mich das Ganze so nervös, dass ich vor allem das Packen so lange hinauszögere wie sonst Zahnarzttermine. Das führt zwangsläufig dazu, dass ich einen ganzen Haufen richtig wichtiger Sachen vergesse oder plötzlich nicht mehr finde. Der schöne, neue Stirnriemen? Hat sich still und heimlich aus dem Staub gemacht. Mein Lammfellhandschuh? Auf ebenso mysteriöse Art verschwunden wie alle meine bisher gekauften Haargummis.

Rudere ich mich wiedermal genervt durch meinen Sattelschrank, haben einige meiner Stallgspändlis gerne die Angewohnheit, mich an das lustige Konzept von Packlisten zu erinnern. Dafür habe ich als Antwort meistens nur ein müdes Gähnen übrig, denn es gibt vielleicht ein paar Dinge, die ich ganz gut kann, aber das Schreiben von Packlisten gehört definitiv nicht dazu. Erstens halte ich mich sowieso nicht daran und zweitens fallen mir nie alle Dinge ein, die ich wirklich brauche. Dann lieber gleich Freestyle. No risk, no fun.

Wie sich herausgestellt hat, ist mein Pferd in solchen Zeiten der Aufbruchsstimmung genauso unbrauchbar wie ich selbst. Als wüsste er, dass ich ihn bald wieder zu irgendetwas Wichtigem nötige, kriegt er plötzlich Durchfall, reisst sich irgendwo die halbe Mähne ab und zieht bei Erscheinen von Koffern im Stall einen richtig angepissten Gesichtsausduck.

Lasse ich mich von seinen kleinen Sabotagetricks trotzdem nicht von der Reise abhalten, so wird er (quasi als letzten Versuch sich dem drohenden Übel zu entziehen) den Hänger garantiert zwei Stunden sondierend beschnuppern, bevor er sich strassenverkehrstechnisch gefahrlos darin einsperren lässt.

Zu alldem muss ich sagen, dass ich über die Jahre gelernt habe mit meiner Reiseunfähigkeit umzugehen. Dank Reitferien, Vereinsreisen und ZKV-Future-Lagern bin ich zu einer Meisterin des Krisenmanagements geworden. Deshalb stolpere ich auch immer wieder in schlechte Verhaltensmuster, weil ich es am Ende bisher immer geschafft habe, alles unter einen Hut zu kriegen. In Fünf-Vor-Zwölf-Momenten bringe ich die unmöglichsten Dinge zustande, wie zum Beispiel den halben Stall und ¾ meines Kleiderschrankes in zwei Koffer zu stopfen, ohne dabei irgendwelche medizinischen Notfälle zu verursachen. Zum Glück ist meine Fantasie ebenso unbegrenzt wie die Gabe, alles bis zum allerletzten Drücker hinauszuschieben. Und wenn es um Koffer oder Sattelkammern in Hängern geht, ist Gewalt in den meisten Fällen doch eine Lösung.

Diese Woche stand für Cornet und mich die Teilnahme an der OFFA an. Vom 12.-17. April gondelten wir unter Aufsicht von Sascha Stauffer bei der Jungpferdegruppe mit. Die Prä-Reiserische-Aufregung packte mich schon eine ganze Woche davor, blockierte alles Vermögen meines Hirns logisch zu denken und führte einen Tag vor der Abreise dazu, dass meine Lederchaps auf unergründliche Weise im Tumbler landeten. Das, meine lieben Freunde, ist eine grandiose Idee, solltet ihr aus einem irrwitzigen Grund den Reissverschluss eurer Chaps schmelzen wollen. Das war aber so kurz vor der OFFA ehrlichgesagt nicht unbedingt in meinem Interesse.

Ohne meine Chaps und ohne Handschuhe, dafür mit unnötig vielen verschiedenen Lederfetten und zwei paar Zügeln, die ich im letzten Moment völlig grundlos in den Koffer geschossen hatte, haben wir eine absolut geniale Woche in St. Gallen verbracht. Die Reise hat sich am Ende mehr als gelohnt, vor allem deswegen, weil Cornet vier Tage etwas Concours-Feeling schnuppern durfte – für ihn war es das erste Mal. Und ein bisschen Aufregung vor so einem Ereignis gehört doch einfach dazu. Wie sagt man so schön? Vorfreude ist die schönste Freude.

 

(Bild:  "Ich bin ein Star, hol mich hier raus!")

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(1) Kommentare

  • Tzlh1YdiqkL

    Tänk om, tänk rätt!I det gamla inlägget säger Foki att städerskan absolut inte får tvätta hennes kläder. Alltså kan vi anta att städerskan tar hand om sängkläder och handdukar.Om man tyder texten i det andra inlägget så håller Foki på att tvätta säadklägernn, (det som städerskan skulle ha tvättat om hon inte var sjukskriven från jobbet.)Vad är det ni inte förstår? :/

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