Arthrose beim Pferd: Entstehung & Symptome

Wie beim Menschen (und auch beim Hund) ist Arthrose leider auch in der der Pferdewelt weit verbreitet. Diese Krankheit wird sehr gefürchtet, da sie noch immer unheilbar ist. Man kann die Symptome jedoch lindern und ein fortschreiten unterbinden. 

Als unsere Stute Gipsy B im August angefangen hat zu lahmen und man nach der Schonzeit und diversen Untersuchungen noch keine Diagnose hatte, fiel der Verdacht auf Arthrose. Dieser bestätigte sich glücklicherweise jedoch nicht, da die Röntgenbilder (für ihr Alter) unauffällig aussahen. Trotzdem habe ich mich schon intensiv mit dieser Krankheit auseinandergesetzt und mich über verschiedene Behandlungsmethoden informiert.

 

Wie die Arthrose entsteht

Arthrose ist eine chronische Gelenkerkrankung, bei welcher die Gelenke und Knochen eine degenerative Veränderung zeigen, der den normalen Gelenk- und Knochenverschleiss in diesem Alter übersteigt. Der Gelenkknorpel, der die Enden der Knochen überzieht, ist geschädigt und somit haben die Knochen keine „Schutzschicht“ mehr. Dies wiederum hat zur Folge, dass sich Knochenzubildungen oder Knochespitzen bilden und sich das Gelenk zunehmend versteift. Dies ist für das Pferd verständlicherweise meistens sehr schmerzhaft. 

Die Auslöser sind dabei vielfältig. Es kann durch Fehlstellung der Beine und Hufe, verschiedene Gelenkerkrankungen wie zum Beispiel Knochenbrüche, Arthritis (Gelenkentzündung) oder Verstauchungen hervorgerufen werden. Ebenso können frühe (altersmässig), starke und falsche Belastungen und Überlastungen der Auslöser sein. 

 

Ein Gelenkschema (Bildquelle: www.enpevet.de):

www-enpevet-de-Gelenkschema

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Arthrose und Arthritis? 

Arthrose und Arthritis sind beides Erkrankungen der Gelenke, welche sogar immer „Hand in Hand“ gehen. Denn wenn Gelenkbeschwerden auftreten, muss immer von beiden Krankheiten ausgegangen werden, weil die Symptome sich zunächst nicht sicher der Arthrose oder der Arthritis zuordnen lassen. Die zwei Krankheiten des Gelenks sind allerdings nicht gleich, sondern unterscheiden sich durch folgenden entscheidenden Faktor: Die Ursache. 

Denn bei der Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Reaktion eines Gelenks, die durch Pilze, Bakterien oder auch ohne Krankheitserreger ausgelöst werden kann.

Bei der Arthrose hingegen ist der altersunübliche Gelenkverschleiss, welcher Knochen, Muskeln und Gelenkknorpel betreffen kann, aber keine entzündliche Reaktion ist.

 

Symptome Arthrose 

- Gelenk ist steif und in der Bewegung eingeschränkt

- Pferde benötigen Zeit zum „Einlaufen“ --> in schlimmen Fällen lahm bei den ersten den Schritten

- Pferde sind oftmals Bewegungsunwillig

- Pferd kann durch starke Schmerzen lahm gehen vor allem während Entzündungsprozess

- häufiges stolpern oder „abnormale“ Bewegungen wie z.B. „Schlittschuhfahren“

Auf der Seite „Deutsches Pferdeärzte Netzwerk“ gibt es tolle Videos zu den verschiedenen Krankheiten.

Hier findet ihr das Video zur Arthrose.

Video

Die Diagnose

Der Tierarzt beobachtet das Pferd in Bewegung (am besten in allen Gangarten). Somit kann festgestellt werden, ob sich das Pferd „einläuft“ und die Bewegungen besser bzw.  die Lahmheit (falls vorhanden) schwächer wird. Ein gut geschultes Auge kann somit auch feststellen, welche Gelenke betroffen sind. Das Abtasten ist ebenfalls ein Muss, wie auch die Beweglichkeitskontrolle der Gelenke. Ebenfalls als effektiv hat sich die „Beugeprobe“ erwiesen, mit welcher der Tierarzt einen Schmerz provoziert und somit Veränderungen besser feststellen kann. Die Veränderungen am Gelenk kann mit einer Röntgen-Untersuchung dargestellt werden. Bei Bedarf kann allenfalls eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) gemacht werden. Ebenfalls können heutzutage Magnetresonanz-, Computer -tomografie oder ein Szintigramm für die Diagnose hilfreich sein. Diese Verfahren werden jedoch nur selten angewendet, da diese sehr aufwändig und kostenintensiv sind.

 

Die zwei Phasen der Arthrose 

Arthrosen laufen in zwei Phasen ab: es gibt die akut entzündliche und die subakute nicht entzündliche Phase.

Die akute Phase weist eine hohe Schmerzhaftigkeit mit starker Lahmheit, warmen und geschwollenem Gelenk auf. (Während dieser Zeit ist es auch sinnvoll das Gelenk zu schon, zu kühlen und gleichzeitig tierärztlich versorgen zu lassen.)

Bei der subakuten Phase hingegen ist die Schmerzhaftigkeit deutlich geringer und es liegen kaum Entzündungszeichen (Schwellung, Wärme) vor.

Die Pferde fallen jedoch durch mehr oder weniger stark ausgeprägten Anlaufschmerz auf, laufen sich danach jedoch wieder ein. 

Dabei sehen die Bewegungen natürlich oft steif und ungeschmeidig aus.

In dieser Zeit ist es aber sehr wichtig das Pferd trotzdem zu bewegen!

Es sollte dabei aber auf weichem, rutschfesten Untergrund laufen, damit durch die Bewegung die Produktion von Gelenkflüssigkeit angeregt werden kann.

Diese Flüssigkeit ist für die Gleitfähigkeit und Versorgung eines Gelenkes von grosser Bedeutung, denn sie versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen, um ihn gesund und geschmeidig zu halten.

Der Knorpel überzieht die gelenkbildenden Flächen und dient dabei dem Schutz des Knochens. Er ist zudem auch daran beteiligt die Stösse abzufangen.

Bei einer beginnenden Arthrose fängt der Knorpel an sich abzubauen, was zur Folge hat, dass er dünner und uneben wird.

Durch (genügend) Bewegung kann dieser Prozess aufgehalten werden und somit die  Schmerzen reduzieren.

Es sollten dabei jedoch enge Wendungen, harte Böden und Einsätze an der Loge vermieden werden. 

In der subakuten Phase reagieren zudem manche Patienten gut auf eine Behandlung mit Wärme.  (Achtung, nicht in der akuten Phase zusätzliche Wärme dem Pferd zumuten!) 

Wie auch bei allen anderen Pferden, kann der Alltag mit Spaziergängen, Bodenarbeit und bewegen im Wasser (falls möglich) abwechslungsreich gestaltet werden, da dies gute Möglichkeiten sind, gelenkschonend zu arbeiten.

Auch das Körpergewicht sollte bei Pferden mit Arthrose möglichst im Normalbereich liegen. Zu viel Gewicht geht zu Lasten der Gelenke.

Im zweiten Teil geht es dann um die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten eines Pferdes mit Arthrose. 

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