Araberpferde - Weihnachtspferde

“Als der Schöpfer das Pferd erschaffen hatte, sprach er zu dem prächtigen Geschöpf: Dich habe ich gemacht ohnegleichen. Alle Schätze der Welt liegen zwischen deinen Augen. Du sollst fliegen ohne Flügel und siegen ohne Schwert.” Zitat aus dem Buch des Propheten Mohammed. “Vollblutaraber sind ein Geschenk von einem höheren Schöpfer.” ist auch reitsport.ch Botschafterin Pascale Ory überzeugt. In diesem weihnächtlichen Blog geht es um Liebe und Freundschaft - die Legende des Arabischen Pferdes und der Faszination durch seine Schönheit auf uns Menschen . 

Eine Herzensangelegenheit“Die Wüstenaraber sind wunderbare Geschöpfe, und es ist etwas extrem Wertvolles, wenn man ein solches Tier als Begleiter hat.” sagt Pascale Ory. Und sie weiss wovon sie spricht. Pascale Ory hat immer schon mit Vollblutarabern gearbeitet - ganz am Anfang war sie noch im Rennsport - jetzt als erfolgreiche Endurance Reiterin und sogar als Persönlichkeitscoach durch Vollblutaraber. Sie ist fasziniert vom Arabischen Pferd, von dessen Hingabe, dessen Menschenbezug und dessen Sensibilität und Kämpfergeist. Gerade im Sport sind solche Eigenschaften unglaublich wichtig: “Araber sind hart, haben einen Kämpfergeist und sind durch die Selektion durch ihre Lebensbediungen in der Wüste bei den Beduinen auf Schnelligkeit, Genügsamkeit und Ausdauer speziaisiert worden. Die “Trinker der Lüfte” ziehen Menschen schnell in ihren Bann und Faszinieren mit ihrer überwältigenden Eleganz.” Die Legende des Arabischen Pferdes beschreibt ebenfalls den starken Menschenbezug: “Wie keine andere Pferderasse ist die des Arabischen Pferdes mit dem Menschen verbunden. Früher hielten die Beduinen ihre Araber im Zelt - die Frauen waren draussen, aber Stuten mit ihren Fohlen durften ins Zelt - auf jeden Fall die Wertvollen.” präzisiert Pascale Ory. “Dort wurden diese Fohlen dann mit den Hunden und den Kindern aufgezogen. Die Araber sind extrem auf den Menschen fokussiert.”Die Legenden rund um den Ursprung des Arabischen Pferdes sind unter anderem im Koran festgehalten - das Pferd sollte als treuer Begleiter dem Menschen helfen, den Glauben zu verkünden. Das Araber Pferd ist sehr eng mit dem Islam verknüpft und vereint als “Bruder” und “Krieger” alle nötigen Eigenschaften, welche auch in der Jahrtausendlangen Zucht immer weiter selektioniert und gefördert wurden.Der Ursprung der Rasse, der ewige Leitgedanke, welcher bei der Entstehung des Arabischen Pferdes Ausschlag gebend war, ist pure Liebe. Dass dies über all die Generationen hinweg überliefert und fühlbar bleibt, macht das Araber Pferd auch heute noch zu einem Freund und Begleiter, der einen bedingungslos unterstützt - “Mit einem Araber Pferd zu arbeiten wird zur echten Herzensangelegenheit” sagt Pascale Ory.

Teufelskreis von Liebe und SchönheitIn der Weihnachtszeit, dem Fest der Liebe widmet sich reitsport.ch deshalb genau dem Arabischen Pferd. In der Zeit wo Familie, das Miteinander und auch Religion “Saison” haben. Wir haben nachgefragt: Wie sieht die Zucht des Arabischen Pferdes heute aus? Wie wird heute selektioniert? Und wie ist die Situation des Arabers in der Schweiz?Pascale Ory: “Heute werden viele Araber Pferde für Schönheitswettbewerbe gezüchtet. Von früher her weiss man, dass der Araber wie keine andere Rasse auf viele andere Zuchten einen Einfluss gehabt hat. Immer wurde er als Veredler, Verbesserer eingekreuzt. Durch den Araber kam Härte, Gesundheit und Reitbarkeit. Heute schaut man bei der Zucht viel mehr aufs Exterieur und selektioniert ganz anders - vor allem die Schönheitswettbewerbe und Shows sind sehr wichtig geworden sind. Diese Show-Araber haben dann einen extremen Dish (dieser konkave Kopf mit der hohen Stirn), und ganz feine Maulpartien und diese Pferde können dann zum Teil nicht mehr richtig atmen. Ihre Rücken werden richtig gerade hingezüchtet, weil der extrem hohe Schweifansatz gern gesehen wird. Das ist typisch beim Araber, dass der Schweifansatz eher höher angesetzt ist, als bei den Warmblütern und Ponies. Diese elegante, leichte Erhöhung des Schweifansatzes haben Wüstenaraber zwar auch. Aber weil man das an den Shows noch extremer sehen will, werden die Kruppen sehr horizontal. Das verstellt dann die gesamte Winkelung der Hinterhand - das heisst, diese Araber können dann kaum mehr Gewicht tragen - oder höchtstens nur noch über kurze Zeit.Solche massiven körperlichen Veränderungen und Beeinträchtigung des Pferdes führen in eine Sackgasse und - obwohl viel Macht und Geld in diesem Showbusiness steckt - machen sich Tierschützer und Gegner langsam stark. Es ist klar, dass es zum Wohle des Araber Pferdes das Ziel sein muss, diesen teuflischen Kreis von Liebe und Schönheitswettbewerben zu durchbrechen.

In der Schweiz aber ist diese Show-Szene noch nicht so weit entwickelt und die Züchter stehen vor einem wichtigen Entscheidungspunkt.Nächstes Jahr, am 22. März, wird zwischen den CH-Araberzüchtern und den Endurance Reitern, ein Event organisiert, wo man die Züchter wieder dazu animiert, wieder vermehrt auf Leistung zu züchten. Der Event wird im NPZ stattfinden und es sollen dort viele Araber gezeigt werden, von denen die Züchter glauben, dass sie sich für den Hochleistungssport eignen würden. Ziel wird sein, die Zucht mit dem Sportverband auf eine neue Route zu bringen.Dies liegt unserer Botschafterin Pascale Ory, welche auch Vizepräsidentin der Swiss Endurance ist, sehr am Herzen.

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