Angst beim Reiten, das Erfolgsmonitoring (2-jähriges Jubiläum)

Genau heute vor zwei Jahren war ich das erste Mal im Mentaltraining bei Ursula Liechti.
Den Tipp bekam ich von einer Stallkollegin, welche sich ebenfalls an sie gewandt hat, weil sie mit ihrer Stute an praktisch jedem Concours am letzten Sprung einen Fehler kassierte. Da der letzte Sprung ja bekanntlich meistens ein Reiterfehler ist, wusste sie also, dass sie an sich arbeiten muss.

Nun bei mir war es ein ganz anderes Problem, ich hatte ja bereits Angst zum überhaupt aufs Pferd aufzusteigen. Also mussten wir bei mir natürlich ganz anders „ansetzten“…

Über meine Sitzungen mit Frau Liechti werde ich euch ein anderes Mal berichten, heute geht es vorerst um mein Erfolgsmonitoring, welches sie mir gleich beim ersten Treffen ans Herz gelegt hat und heute sein zweijähriges Jubiläum „feiert“.

Doch was ist ein Erfolgsmonitoring?
Das genannte Monitoring ist ein modernes, psychologisches Instrument oder auch Tagebuch, das zu persönlichen Leistungssteigerungen führen kann / soll.
Dabei spielen vor allem der Effekt des „Lernens unter Beobachtung“, sowie eine Dokumentation der entstandenen Fortschritte/ Erfolge eine entscheidende Rolle.
Der „Hawthorne-Effekt“ besagt nämlich, dass allein das Wissen, dass man beobachtet wird, den Einsatz steigert. Der „Zeigarnik-Effekt“ begründet sich zudem auf der Annahme, dass unerledigte Fragen und Handlungen besser im Gedächtnis haften bleiben, als Antworten und erledigte Aufgaben. Dies bedeutet weiterführend, dass unerledigte Aufgaben und Fragen einen viel stärkeren Handlungszwang auslösen als erledigte.
Deshalb kombiniert das Erfolgsmonitoring den „Hawthorne-Effekt“ und den „Zeigarnik-Effekt“ zu einem Leistungssteigerungsinstrument der modernen Psychologie, welches bisher hauptsächlich im sportpsychologischen Rahmen umgesetzt wurde.

Der Ablauf eines Erfolgsmonitoring / die Umsetzung
Für die Umsetzung eines Erfolgsmonitoring benötigt man ein Tagebuch (bestenfalls elektronisch), oder für Schreibfaule besteht natürlich (bei genügend Speicherkapazität) auch die Möglichkeit eines Videotagebuchs.
Darin wird jeden Abend (oder wie bei mir morgens) der vergangene Tag mit der Frage „Was war der Fortschritt des Tages?“ reflektiert.
Nach ca. vier Wochen sollte man in einem Monatsrückblick die gemachten Fortschritte begutachten.

Der private Einblick
Da das Erfolgsmonitoring für mich mittlerweile ein wichtiger Bestandteil geworden ist, sei es als Beobachtungsinstrument für angewandte Therapien (bei meinen eigenen Pferden) oder dann als rückwirkender Terminplaner, wollte ich euch einen kleinen Einblick in meine Privatsphäre gewähren.
Denn eigentlich spreche ich nur mitgleichgesinnten Angsthasen über meine Einträge, da ein „normaler“ Reiter, „das NICHT absteigen während eines Ausrittes“ wohl nicht gerade zu seinen Erfolgen zählen würde. Doch genau dies bedeutet es für mich manchmal.

Was für viele selbstverständlich ist, bedeutet für mich schon ein Erfolg. So sahen meine ersten Einträge aus:




Aber wie weiter oben angetönt, benutze ich es auch immer mehr dazu, alles was mir bei meinen Pferden Spezielles auffällt, darin zu notieren.
Wie als ich beispielsweise ein Muster in Special’s-Anfällen aufdecken wollte, welche er in der alten Box jeweils hatte.


Auch Krankheiten oder Verletzungen werden darin dokumentiert, sodass wir einen ungefähren Überblick behalten können.

Nicht nur allen Angsthasen empfehle ich das Führen von einem Erfolgsmonitoring, auch die anderen Reiter könnten von einem „Training-Tagebuch“ sicherlich profitieren.
Es ist nur menschlich, dass man immer wieder Rückschläge erleiden muss, doch wichtig ist, dass man sich immer wieder erneut ERREICHBARE Ziele setzt!

Da das Thema „Angst beim Reiten“ nicht nur mich täglich quält, sondern ebenfalls viele Leser beschäftigt, werde ich dies weiterhin intensiv bearbeiten. Gerne stelle ich euch zu einem anderen Zeitpunkt das Mentaltraining genauer vor, sowie verschiedene Vertrauensübungen. Demnächst gehe ich auch dem Zitat von Pat Parelli „Dein Pferd kann nur so mutig sein wie du selbst“ näher auf den Grund. 



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