Anatomie des Pferdes - Erkrankungen der Haut und des Haarkleids

Es gibt unzählige interessante Fakten rund um die Anatomie des Pferdes. So zum Beispiel: Weshalb ist der Pferdeschweiss weiss? Eine Frage, die sich wohl schon viele Pferdeleute gestellt haben. Die Antwort ist ganz einfach. Pferde verlieren beim Schwitzen nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Elektrolyten (Mineralien). Je stärker das Pferd schwitzt, desto mehr Elektrolyten gehen verloren und weisser Schaum bildet sich. Daher ist es wichtig, dass Pferden, je nach Trainingsintensität, über die Nahrung Elektrolyten verabreicht werden und sie Zugang zu einem Leckstein haben.


Es gibt viele Fakten rund um die Anatomie des Pferdes die Wissenswert sind und daher möchte ich in der nächsten Zeit einige Blogs über die Anatomie des Pferdes schreiben.


Vor einiger Zeit konntet ihr euch im reitsport.ch Magazin über die Haut und das Haarkleid des Pferdes informieren. In diesem Blog werden nun Erkrankungen der Haut und des Haarkleides thematisiert. Hauterkrankungen können verschiedene Ursachen haben. Sie können durch Umgebungseinflüsse, Bakterien, Pilze oder Tumore hervorgerufen werden. Einige Erkrankungen schauen wir uns nun etwas genauer an.


Sommerekzem
Beim Sommerekzem treten sekundäre Hautveränderung als Folge von starkem Juckreiz auf. Für unser Auge sichtbar sind ausgeriebene Haare, Schürfwunden und tiefergehende Verletzungen an der Schweifrübe, dem Mähnenansatz und dem Unterbauch. Als Ursache wird eine Überreaktion auf Speichel von Fliegenarten wie Gnitzen und Kriebelmücken vermutet. Die Hypersensitivität führt aufgrund einer überbordenden Reaktion zu verstärktem und länger anhaltendem Juckreiz. Bei unseren Pferden tritt das allergische Sommerekzem mit einer Häufigkeit von 1 bis 3 Prozent auf. Interessant zu wissen ist, dass importierte Isländer viel häufiger unter dem Ekzem leiden als hierzulande geborene. Einen Einfluss auf das Auftreten von Sommerekzem haben sowohl die Umgebung, wie auch die Abstammung. Daher sollte mit Tieren, welche an allergischem Sommerekzem leiden, auf keinen Fall gezüchtet werden.


Wie kann man dem Sommerekzem am besten entgegenwirken?

Eine Besserung sollte das Aufstallen oder die Haltung der unter Sommerekzem leidenden Pferde auf über 1500 Meter über Meer (Berggebiet) zeigen. Präventiv ist die beste Massnahme, allergische Pferde in der Box zu halten und die Fenster mit feinmaschigen Gittern zu verschliessen. Am aggressivsten sind die Insekten bei uns in der Dämmerung, so dass auf Weidegang zu diesem Zeitpunkt verzichtet werden sollte. Auch eine gute Alternative sind Ekzemerdecken, die Insektenstiche zu einem wesentlichen Teil verhindern können. Ebenfalls gibt es medikamentöse Behandlungen, welche die Symptome bekämpfen können. So zum Beispiel Kortison- Präparate. Desensibilisierungsversuche mit Antigen- Injektionen zeigten bis jetzt wenig Erfolg. Die verletzten und aufgescheuerten Hautstellen sollten vorsichtig mit milden Desinfektionsmitteln oder harter, unparfümierter Seifen gewaschen werden.


Hauttumore - Melanome, euqine Sarkoide und Papillome
Bei Pferden treten hauptsächlich drei Hauttumorarten auf: Melanome beim Schimmel, das Equine Sarkoid und Papillome.

Melanome

Melanome kommen hauptsächlich bei Schimmeln und nur selten bei Pferden mit anderer Farbe vor. Je älter das Pferd wird, desto mehr Melanome treten auf. Die ersten Tumore sind am Anus und an der Unterseite des Schweifes zu suchen. Meist bleiben die Melanome über Jahre gutartig und stören das Pferd nicht. Eine Problematik besteht jedoch sobald die Metastasierung einsetzt und Symptome, wie zum Beispiel Kotabsatzstörungen auftreten. Ruft ein Melanom jedoch keine Symptome hervor wird es am besten in Ruhe gelassen, obwohl sich kleine Melanome operativ meist gut entfernen lassen.

Equines Sarkoid - der häufigste Hauttumor bei Pferden

Umgangssprachlich wird das equine Sarkoid als Warze bezeichnet. Der Tumor ist lokal invasiv, was heisst dass er nicht in umliegende Gewebe oder in Lymphknoten metastasiert. Beim equinen Sarkoid handelt es sich um einen gutartigen Tumor. Induziert wird der Tumor durch das bovine Papillomavirus, welches über Insekten übertragen wird. Es ist jedoch auch bekannt, dass einige Rassen wie beispielsweise das Quarter Horse, oder gewisse Familien vermehrt betroffen sind, was für eine zusätzliche genetische Präposition spricht.
Ob Sarkoide zu behandeln sind, hängt von der Ausdehnung, der Anzahl und vor allem von der Lokalisation der Warze ab. Heutzutage gibt es unzählige Therapiemöglichkeiten, jedoch nicht DIE EINE Therapie die garantiert anschlägt. Bei vielen Therapien gibt es momentan noch das Risiko, dass sich der Sarkoid anschliessend weiterentwickelt. Es wird noch stark geforscht um die EINE wirksame Therapie zu finden.

Papillomatose - „Weidewarzen“ beim Pferd

Bei Papillomatose handelt es sich um eine Hautinfektion mit dem equinen Papillomavirus. Hauptsächlich treten die Warzen bei jungen Pferden rund um das Maul und die Nüstern, selten auch am Bauch, dem Präputium und an den Beinen auf. In den meisten Fällen kommt es nach ungefähr drei Monaten zur Selbstheilung.


Mauke
Mauke ist eine Hautentzündung in der Fesselbeuge, die sich aber über das ganze Bein ausbreiten kann. Besonders anfällig auf Mauke sind Pferde mit langem Fesselbehang, da sich dort Schmutz ansammelt und die Stellen lange nass bleiben. Auch zu beobachten ist, dass weisse Gliedmassen empfindlicher sind als pigmentierte. Ersichtlich ist zuerst eine Rötung und anschliessend sind Papeln, Pusteln und Krusten zu beobachten. Die Erkrankung mit Mauke führt zu Juckreiz und kann aufgrund der Reaktion des Pferdes auch mit einer Kolik verwechselt werden. Wird die Entzündung nicht behandelt, kann sie mit der Zeit immer schlimmer werden. Bei der Behandlung ist es wichtig, nicht nur die Krankheit zu bekämpfen, sondern auch die auslösenden Umweltfaktoren zu verbessern oder gar auszuschalten. Mauke ist sehr hartnäckig, deshalb muss die Therapie bis zum Ende durchgeführt werden, damit sie nicht gleich wieder ausbricht.

Das könnte Dich auch interessieren

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.